Wie Quantum Rods (QRED) TV-Displays heller und sparsamer machen

Danny Weber

12:17 18-11-2025

© A. Krivonosov

Quantum Rods (QRED) bringen hellere TVs, besseres HDR und höhere Effizienz. Unterschiede zu Quantum Dots und erste QLED-Anwendungen im Überblick. Jetzt mehr.

Eine neue Technologie, die die Bildqualität auf ein höheres Niveau heben könnte, kommt möglicherweise von sogenannten Quantum Rods – länglichen Nanomaterialien, die als Weiterentwicklung der Quantum Dots gelten. Auf der SID-MEC-Konferenz in Deutschland präsentierten Forschende neue Erkenntnisse zu QRED, einem vielversprechenden Ansatz, der Fernsehern künftig mehr Helligkeit, besseres HDR und spürbar höhere Energieeffizienz bringen könnte.

Nach Angaben von Jan Nihaus vom Fraunhofer IAP-CAN liegt der entscheidende Unterschied zwischen Quantum Rods und Quantum Dots in der Form: Diese gestreckten Nanokristalle lassen sich in eine Richtung ausrichten. Diese Struktur erlaubt eine präzisere Lichtsteuerung und nutzt das Licht deutlich effizienter. Sollte die Technologie den Massenmarkt erreichen, könnten TV-Hersteller den Stromverbrauch senken, ohne an Helligkeit einzubüßen – ein Ziel, dem die Branche seit Jahren nachstrebt.

Die Forschung steht zwar noch am Anfang, doch die ersten Ergebnisse sind ermutigend. Dem Team gelang es, eine vollständige Schicht aus Quantum Rods auf ein Testsubstrat aufzubringen; das Material hielt Erhitzung und weiteren Belastungen stand. Nihaus zufolge ist die grundsätzliche Machbarkeit damit gezeigt, auch wenn der Weg zu echten Geräten noch lang sein dürfte. Das wirkt wie ein greifbarer Zwischenschritt.

Noch ist offen, wo Quantum Rods zuerst zum Einsatz kommen. Denkbar ist der nächste Schritt bei QLED-Fernsehern, in denen Quantum Dots heute als Filter für die Hintergrundbeleuchtung dienen. Noch spannender sind vollständig selbstleuchtende Displays auf Basis von Quantenmaterialien – eine Richtung, die verschiedene Unternehmen QLED, EL-QD, QED oder QE nennen. In solchen Panels könnten korrekt ausgerichtete Quantum Rods deutlich mehr Licht pro Energieeinheit liefern als aktuelle Lösungen – ein Vorteil, der sich nur schwer ignorieren ließe, falls sich die Ergebnisse skalieren lassen.

Teilnehmende der Konferenz merkten zudem an, dass die Terminologie in diesem Feld weiterhin umstritten ist – das Aufkommen der Quantum Rods könnte eine neue Debatte anstoßen. Vorerst bleibt die Technologie ein Laborprojekt mit beträchtlichem Potenzial. Hält der Fortschritt an, könnten künftige Fernseher heller, farbkräftiger und deutlich effizienter werden – und mit der Zeit könnte der Ansatz auch bei mobilen Geräten ankommen.