OnePlus 15 im ausführlichen Test: Leistung, Akku und Display

Danny Weber

18:57 19-11-2025

© OnePlus

Unser Test zum OnePlus 15: Snapdragon 8 Elite Gen 5, 6,78-Zoll-AMOLED mit 165 Hz und 7.300-mAh-Akku. Rasend schnell, Kamera solide, OxygenOS – lohnt der Kauf?

Wer sich fragt, wo das OnePlus 15 plötzlich herkommt, ist nicht allein. Gerade erst ist das OnePlus 13 erschienen, und eigentlich hätte als Nächstes die 14 kommen sollen. Doch in der chinesischen Kultur gilt die 4 als Unglückszahl, weshalb OnePlus sie erneut auslässt – genau wie einst zwischen OP3 und OP5. So steht das OnePlus 15 früh neben seinem Vorgänger und wirkt auf den ersten Blick wie ein weiteres Topmodell. Tatsächlich steckt mehr dahinter.

Der Neuling bringt viel Leistung, dazu einen akku­seitigen Rekord und ein extrem schnelles Display. Wer primär nach der besten Kamera sucht, greift besser anderswo zu. Wer jedoch ein echtes Tempowunder will, das ungefähr anderthalb Tage ohne Steckdose durchhält, ist hier auf der richtigen Spur.

Design, nicht ohne Vorbehalte

Optisch wirkt das Gerät ein wenig eigen: vertraute Designelemente, leicht angelehnt an das iPhone 16 Pro. Unterm Strich sieht das OP15 aufgeräumt aus, aber etwas zurückhaltend. Pluspunkte sammelt die Sand Storm-Oberfläche mit keramischer Haptik, die angenehm in der Hand liegt. Erstaunlich ist zudem, wie ein 7.300-mAh-Akku in ein so schlankes Gehäuse passt.

Auffällig ist auch ein Abschied: Der geschätzte Alert Slider fehlt. An seine Stelle tritt die Plus Key, die sich auf diverse Aktionen legen lässt – vom Sprachassistenten bis zum Öffnen von Mind Space. Im Alltag ist das praktisch, auch wenn der mechanische Reiz des Schalters fehlt.

Display: geschmeidiger als üblich

Der Bildschirm überzeugt. Es handelt sich um ein 6,78-Zoll-AMOLED mit bis zu 1.800 Nits Spitzenhelligkeit; in ausgewählten Spielen steigt die Bildrate auf 165 Hz. Die Auflösung liegt leicht unter der des OnePlus 13, doch in der Praxis fällt das kaum auf – das Bild ist scharf, die Farben satt, die Darstellung geschmeidig. Spiele mit 165-Hz-Unterstützung sind noch rar, aber der Spielraum ist da.

Hardware

Im Inneren arbeitet der aktuelle Snapdragon 8 Elite Gen 5, kombiniert mit 16 GB RAM – damit zählt das Gerät zu den kräftigsten Smartphones am Markt. Apps starten blitzschnell, die Oberfläche reagiert prompt, und selbst Schwergewichte wie Genshin Impact laufen ohne Murren.

OnePlus nennt zudem einen Touch-Sensor, der Eingaben mit 3.200 Hz erfasst. Das klingt nach Marketing, doch die Reaktionsfreude fühlt sich tatsächlich unmittelbar an.

Akkulaufzeit

Das Highlight ist der Akku. Mit 7.300 mAh setzt er auch unter Ausdauertelefonen eine Bestmarke. In Tests hielt das Gerät über 38 Stunden durchgehende Videowiedergabe durch – ein Kunststück, das nur wenige Modelle schaffen. Mit dem 80-Watt-Netzteil geht es in 40 Minuten von leer auf voll. Kabelloses Laden ist drin, allerdings nur über den proprietären AIRVOOC-Ständer. Qi2 wird nicht unterstützt.

Kameras

Die Kameras sind in Ordnung, mehr aber auch nicht. Drei Sensoren mit je 50 MP, ohne die frühere Hasselblad-Kooperation und ohne großen Aha-Effekt. Bei Tageslicht sind die Ergebnisse respektabel, bei wenig Licht fällt die Leistung wechselhaft aus – Schatten geraten teils zu dunkel, Farben ziehen bisweilen unnatürlich in die Länge. Der Zoom endet bei 3x, was heute nicht herausragt; bei 10x sind Rauschen und Verwischen deutlich.

Positiv: Serienbilder gelingen mit bis zu 10 Bildern pro Sekunde, und die Farbabstimmung ist überwiegend stimmig. Zudem gibt es einen Unterwasser-Modus, der die physischen Tasten in Kamerasteuerungen verwandelt – am Strand ein nützliches Extra.

Software

OxygenOS bleibt schnell, logisch und frei von Ballast. Neu ist Mind Space, eine Schaltzentrale für Screenshots und Notizen, in der die integrierte KI Inhalte analysieren und zusammenfassen kann. Wer das nicht braucht, wird nicht gedrängt – das System hält sich zurück. Der Haken ist die Langzeitperspektive: OnePlus verspricht vier Jahre Android-Updates und sechs Jahre Sicherheits-Patches. Da Google und Samsung inzwischen sieben Jahre bieten, liegt OnePlus hier eine Stufe dahinter.

Preisgestaltung

Das OnePlus 15 startet bei 900 US-Dollar (12/256 GB) und reicht bis 1.000 US-Dollar (16/512 GB). In den USA stockt der Verkauf vorübergehend wegen Bürokratie, andere Regionen dürften schneller versorgt werden. Entscheidend wird der Preisdruck: Das Pixel 10 Pro XL ist bereits mit Rabatten für 899 US-Dollar zu haben – mit besseren Kameras und längerer Unterstützung.

Sollte man es kaufen?

Wenn mobile Fotografie an erster Stelle steht, fahren Pixel oder iPhone besser. Wer hingegen rohe Leistung, ein exzellentes Display, einen Ausdauer-Akku und das neueste Silizium sucht, bekommt mit dem OnePlus 15 genau das geliefert. Es ist nicht für alle gebaut, dürfte aber bei seiner Zielgruppe schnell zum Favoriten reifen.