Danny Weber
21:42 15-12-2025
© A. Krivonosov
Der Markt steht Kopf: Wegen Speicherknappheit und KI-Nachfrage werden 16‑GB‑Smartphones seltener, 6/8 GB zum Standard, 4 GB kehrt in Budget-Modellen zurück.
Noch vor Kurzem galt 16 GB RAM als neuer Maßstab für Flaggschiff‑Smartphones, doch der Markt dreht gerade rasant. Branchenkreisen zufolge könnten solche Geräte schon im kommenden Jahr knapp werden, während im Budgetsegment wieder Modelle mit 4 GB RAM auftauchen könnten.
Auslöser ist eine weltweite Knappheit an Speichermodulen samt kräftigem Preissprung. Hersteller stehen damit vor der Wahl: Preise anheben oder die Ausstattung abspecken. Ersteres funktioniert nicht überall – in preissensiblen Märkten wird häufiger beim Arbeitsspeicher gespart, statt den Preis zu erhöhen.
Folge: Smartphones mit 12 GB RAM geraten voraussichtlich ins Hintertreffen – ihr Anteil könnte um etwa 40 Prozent sinken. Die Lücke dürften Geräte mit 6 GB und 8 GB füllen und zum neuen Kompromissstandard werden. 16‑GB‑Modelle erscheinen seltener und bleiben den teuren Spitzenmodellen vorbehalten.
Den eigentlichen Schock für die Mobilbranche löst der schnelle Aufstieg der Künstlichen Intelligenz aus. Rechenzentren kaufen Hochgeschwindigkeitsspeicher wie HBM und GDDR5 DRAM in großen Mengen, was Kapazitäten in Richtung Serverkomponenten verschiebt. Im Wettlauf um diese Ressourcen stehen Smartphones klar nicht an erster Stelle.
Für Nutzer fühlt sich das Ergebnis möglicherweise wie ein Schritt zurück an: weniger RAM, vorsichtigere Modellpflege und zäherer Fortschritt bei Mittel- und Einstiegsklasse. Hält die Knappheit an, könnte es wieder zur gängigen Praxis werden, neue Geräte mit 4 GB RAM zu sehen – ein Bild, das man eigentlich hinter sich gelassen glaubte.