Neuromorphe elektronische Haut verleiht Robotern Schmerzempfinden und erhöht die Sicherheit im Kontakt mit Menschen

Danny Weber

17:46 04-01-2026

© B. Naumkin

CityU-Forschende entwickeln neuromorphe elektronische Haut: Roboter erkennen gefährlichen Druck, reagieren reflexartig und interagieren sicherer mit Menschen.

Forschende an der City University of Hong Kong haben eine neuromorphe elektronische Haut (NRE) entwickelt, die Robotern ein Schmerzempfinden simuliert und sie auf schädlichen Kontakt blitzschnell reagieren lässt. Damit rücken humanoide Maschinen den Menschen spürbar näher – die Begegnung wird sicherer und, im besten Sinne, empathischer.

Die künstliche Haut besteht aus vier Schichten und orientiert sich am Aufbau der menschlichen Haut. Bei sanfter Berührung sendet die NRE-Hülle gepulste Signale an den zentralen Prozessor, der die passende Reaktion bestimmt. Überschreitet der Druck einen sicheren Grenzwert, gehen die Signale direkt an die Antriebe: Der Roboter zieht sich automatisch zurück, um Schäden zu vermeiden.

Bemerkenswert ist die nahezu sofortige Rückkehr in die Ausgangsposition. Das schützt den Körper des Roboters und senkt das Risiko, Menschen bei Kontakt zu verletzen. Zugleich überwacht die elektronische Haut ihren eigenen Zustand: Jeder Sensor übermittelt regelmäßig einen Status. Tritt eine Störung auf, markiert das System den betroffenen Bereich, und das Sensormodul kann – je nach Unterstützung – manuell oder automatisch ausgetauscht werden.

Diese Entwicklung erschließt neues Terrain für eine sichere Mensch-Maschine-Interaktion, verleiht Robotern eine natürlicher wirkende Sensibilität und hilft, potenzielle Unfälle zu verhindern. In der Praxis sind es genau diese reflexhaften Schutzreaktionen, die eine Maschine an der eigenen Seite weniger wie ein Risiko und mehr wie eine verlässliche Präsenz erscheinen lassen.