Apple verhandelt in Südkorea mit Samsung und SK Hynix gegen DRAM-Knappheit

Danny Weber

14:55 06-01-2026

© A. Krivonosov

Apple-Manager verhandeln in Südkorea Mehrjahresdeals mit Samsung und SK Hynix, um DRAM zu sichern. Steigende Preise könnten iPhone-Kosten treiben – Analyse.

Apple greift zu ungewohnten Mitteln, um sich gegen die sich zuspitzende DRAM-Knappheit abzusichern. Laut südkoreanischen Medien buchen Topmanager derzeit längere Hotelaufenthalte in der Nähe der Fertigungsstandorte von Samsung und SK Hynix, um vor Ort Liefervereinbarungen über bis zu drei Jahre auszuhandeln. Allein die Präsenz zeigt, wie ernst das Unternehmen die Lage einschätzt.

Zusätzliche Brisanz erhält die Mission, weil frühere Langfristverträge für Speicher dem Vernehmen nach noch in diesem Monat auslaufen. Im globalen Engpass sind die Komponentenpreise stark nach oben geschnellt: Ein 12-GB-LPDDR5X-Baustein kostet Apple inzwischen etwa 70 US-Dollar — rund 230 % mehr als Anfang 2025. Samsung bleibt ein zentraler DRAM-Lieferant für die kommenden iPhone-17- und iPhone-18-Reihen, doch auch diese Pipeline braucht frische Mengenzusagen.

Wie Korea Economic Daily berichtet, ist Apple nicht allein: Auch Vertreter von Google und Dell reisen mit ähnlicher Mission nach Südkorea, was die Nachfrage nach Hotelzimmern in der Region bereits spürbar hebt. Die Speicherhersteller wählen faktisch die finanziell solidesten Kunden aus; dennoch klettern die Preise weiter. Vertragspreise für DRAM könnten im laufenden Quartal um weitere 50 % steigen.

Analysten gehen davon aus, dass die Knappheit die Fertigungskosten von Smartphones um rund 25 % hochtreiben könnte — ein Druck, der üblicherweise die Auslieferungen dämpft. Apple wirkt in diesem Umfeld besser positioniert: Die straffe Kontrolle der Lieferkette und der breite Einsatz eigener Chips verschaffen Spielraum, die Belastung vorerst abzufedern, statt den vollen Preissprung an Käufer weiterzureichen. Gleichwohl stellen anhaltende Aufschläge dieser Größenordnung jedes Unternehmen auf die Probe; Mehrjahresvolumina zu fixieren wirkt derzeit weniger wie Absicherung und mehr wie Notwendigkeit.