Apple bestätigt Google-Gemini-Deal fürs KI-Training – keine Siri-Integration

Danny Weber

02:16 14-01-2026

© E. Vartanyan

Apple nutzt Googles Gemini und Cloud nur fürs Training seiner Apple Foundation Models. Apple Intelligence bleibt lokal/privat – keine Siri- oder iOS-Integration von Gemini.

Apple hat die Zusammenarbeit mit Google bei der Entwicklung von Apple Intelligence offiziell bestätigt – allerdings ist die Substanz dieser Partnerschaft deutlich nüchterner, als es die ersten Reaktionen im Netz vermuten ließen. Dahinter steckt kein Plan, Siri zu ersetzen oder Google Gemini in den iPhone-Alltag einzuflechten. Die Vereinbarung greift an der Basis des KI-Trainings und lässt die Nutzererfahrung unangetastet – eher ein pragmatischer Infrastruktur-Schritt als eine Wende an der Front zum Verbraucher.

Das Unternehmen erklärte, dass zukünftige Apple Foundation Models auf Basis der Gemini-Modelle und von Googles Cloud-Infrastruktur trainiert werden. Zugleich wird Gemini selbst weder auf Apple-Geräten laufen noch Teil von iOS werden. Apple Intelligence stützt sich weiterhin auf eigene Technologien und erledigt Aufgaben entweder lokal auf dem Gerät oder über Private Cloud Compute – bei unveränderten Datenschutzstandards.

Nach vorliegenden Informationen prüfte Apple mehrere alternative KI-Plattformen, bevor sich das Unternehmen für Gemini als ausgereifteste und am besten skalierbare Grundlage zum Training großer Modelle entschied. Gerüchten zufolge zahlt Apple rund eine Milliarde US‑Dollar pro Jahr für Lizenzen und den Zugang zur Infrastruktur. Zudem wird betont, dass Apple die Umsetzung seiner KI-Systeme vollständig selbst steuert und bei normaler Gerätenutzung keine Nutzerdaten an Google weitergibt.

In der Öffentlichkeit dominierte vor allem die Sorge, Siri könne künftig auf Google-Technologie laufen oder persönliche Informationen würden auf Server eines Drittanbieters abfließen. Apple und Google stellten jeweils klar, dass dies nicht der Fall sein werde. Siri und Apple Intelligence basieren weiterhin ausschließlich auf Apple Foundation Models und auf Infrastruktur unter Apples Kontrolle.

In der Branche gilt die Annäherung als vorübergehender, strategischer Schritt. Gerüchte deuten darauf hin, dass Apple bereits an einem eigenen Modell mit Billionen Parametern arbeitet, dessen Veröffentlichung eher Richtung 2027 erwartet wird. Selbst danach könnte Gemini als Messlatte und zweiter Blick im Training nützlich bleiben – ähnlich wie Apple sich einst an Google Maps orientierte, bevor Apple Maps an den Start ging. Für Nutzer bleibt das Bild übersichtlich: Apple Intelligence bleibt ein Apple-Produkt, mit Datenschutz und tiefer Ökosystem-Integration im Mittelpunkt.