Probleme mit Xiaomi China-Versionen im Jahr 2026

Danny Weber

19:00 16-01-2026

© A. Krivonosov

Erfahren Sie, warum Xiaomi China-Versionen 2026 zu Konnektivitätsproblemen, Software-Einschränkungen und fehlenden Google-Diensten führen. Die Global-Version ist die bessere Wahl.

Vor wenigen Jahren galt es noch als clever, ein Xiaomi-Flaggschiff direkt aus China zu kaufen, um Geld zu sparen. Die leistungsstarke Hardware, Top-Prozessoren und beeindruckenden Akkus wirkten besonders attraktiv im Vergleich zu den aufgeblähten Preisen der Global-Versionen. Doch bis 2026 hat sich die Lage drastisch geändert. Heute führt das „Sparen“ mit einer China-Version zunehmend zu hartnäckigen Problemen mit Software, Konnektivität und Ökosystem-Integration. Dieser Kompromiss ist zu teuer geworden.

Der gesperrte Bootloader: Die Ära der Custom-ROMs ist vorbei

Die wesentliche Änderung ist der effektive Tod des Bootloader-Entsperrens. Früher konnten Käufer auf eine Freigabe von Xiaomi warten, eine Global-ROM flashen und ein voll funktionsfähiges internationales Smartphone erhalten. Dieser Weg ist nun versperrt. Das Unternehmen hat seine Regeln verschärft: Das Entsperren ist nur für chinesische Einwohner mit einer hohen „Aktivitätsbewertung“ in der offiziellen Community verfügbar.

Für alle anderen bedeutet das eines: Die chinesische HyperOS-3-Firmware bleibt dauerhaft. Vorinstallierte Dienste zu entfernen, das System zu ersetzen oder das Gerät für die eigene Region anzupassen, ist nicht mehr möglich. Das Smartphone wird an eine Software-Umgebung gebunden, die ausschließlich auf den chinesischen Inlandsmarkt ausgerichtet ist.

Konnektivitätsprobleme: Die Band-20-Falle

Einer der frustrierendsten Hardware-Nachteile der China-Versionen ist die fehlende Unterstützung für LTE Band 20 (800 MHz). Diese Frequenz wird in Europa und vielen Regionen für stabile Verbindungen in Gebäuden und auf Autobahnen zwischen Städten genutzt. Ohne sie verliert das Smartphone in Geschäften, Aufzügen und außerhalb dichter Stadtgebiete das Signal.

Selbst wenn technisch eine Verbindung besteht, sucht das Modem ständig „nach einem Netz“, was zu erhöhter Wärmeentwicklung und schnellerem Akkuverbrauch führt. Das ist kein Softwarefehler, sondern eine physische Einschränkung, die sich nicht durch Updates oder Einstellungen beheben lässt.

Google-Dienste: Sie sind da, funktionieren aber nicht

Ja, Google Play kann manuell installiert werden. Doch damit enden die guten Nachrichten. Android Auto auf chinesischer Firmware funktioniert entweder gar nicht oder verbindet sich aufgrund fehlender Systemkomponenten nicht mit Auto-Infotainmentsystemen.

Banking-Apps und Google Wallet stufen solche Geräte zunehmend als „nicht zertifiziert“ ein. In einer Welt, in der Smartphone-Zahlungen und Biometrie zum Standard geworden sind, verwandelt das ein teures Flaggschiff in ein Gerät mit eingeschränkten Fähigkeiten. Zusätzliche Android-Funktionen wie Circle to Search sind oft deaktiviert oder durch chinesische KI-Dienste ersetzt, die außerhalb Chinas nutzlos sind.

Aggressiver Akkusparmodus auf Kosten von Benachrichtigungen

HyperOS 3 in der China-Version wurde ursprünglich für ein Ökosystem ohne Google Push Services entwickelt. In der Folge schließt das System Hintergrund-Apps aggressiv. Selbst mit manuellen Autostart-Einstellungen und aufgehobenen Einschränkungen können Messenger und E-Mail stundenlang „stumm“ bleiben.

Für Nutzer, die auf zeitnahe Benachrichtigungen angewiesen sind – von der Arbeit, Banken oder der Familie – ist das kritisch. Das Smartphone spart technisch Akku, hört aber praktisch auf, seine Hauptfunktion zu erfüllen: ein Echtzeit-Kommunikationswerkzeug zu sein.

Das Xiaomi-Ökosystem: Regionale Mauern

Neue Xiaomi-Geräte, einschließlich Fitnessbänder und Smartwatches, sind zunehmend an bestimmte Regionen gebunden. Die Nutzung eines chinesischen Smartphones zwingt dazu, in Apps die Region auf „China“ zu setzen, was zu Oberflächen mit chinesischen Zeichen, fehlerhaften Wetter-Apps und Sprachassistenten führt, die Englisch oder andere Sprachen nicht unterstützen.

Darüber hinaus funktionieren HyperConnect-Funktionen, die Smartphones mit Xiaomi-Smartgeräten verbinden sollen, oft nicht zwischen chinesischen und globalen Versionen. Statt eines „Smart Homes“ bleibt den Nutzern eine Sammlung inkompatibler Gadgets.

Die Global-Version – eine vernünftige Wahl für 2026

Die gute Nachricht ist, dass Global-Versionen der Xiaomi-Flaggschiffe nicht verschwunden sind. Das Xiaomi 17 Ultra für den internationalen Markt soll Anfang 2026 erscheinen. Ja, es wird einen kleineren Akku haben – etwa 12 % weniger als die China-Version. Doch im Gegenzug erhalten Nutzer weit wichtigere Vorteile.

Dazu zählen die volle Funktionalität der Google-Dienste, stabile Benachrichtigungen, Android Auto, Kompatibilität mit Banken und Zahlungen sowie eine offizielle internationale Garantie. Geht etwas kaputt, muss das Smartphone nicht nach China zurückgeschickt und wochenlang auf Reparatur gewartet werden.

Im Jahr 2026 ist der Kauf eines Xiaomi-Smartphones aus China keine lohnende Strategie mehr. Der gesperrte Bootloader, Konnektivitätsprobleme, instabile Google-Dienste und regionale Einschränkungen machen aus einem leistungsstarken Gerät eine ständige Quelle der Frustration. Mehr für die Global-Version zu zahlen, ist heute kein Luxus, sondern eine Investition in Komfort, Stabilität und normale Smartphone-Funktionalität am eigenen Wohnort.