USA planen 100% Zölle auf DRAM, KI-Speichermarkt betroffen

Danny Weber

14:28 20-01-2026

© A. Krivonosov

Die USA erwägen 100% Zölle auf außerhalb produzierte DRAM-Chips, was Speicherhersteller wie Samsung und SK hynix trifft. Erfahren Sie, wie dies KI-Systeme und globale Lieferketten beeinflusst.

DRAM-Hersteller sehen sich einer neuen, ernstzunehmenden Bedrohung ausgesetzt: Die USA erwägen, auf außerhalb des Landes produzierten Speicher Zölle von 100 Prozent zu erheben. Wie US-Handelsminister Howard Lutnick erklärte, könnten Unternehmen ohne DRAM-Produktionsstätten in den USA von diesen neuen Abgaben betroffen sein.

Das Thema "Made in the USA" gewinnt im Bereich Halbleiter und künstliche Intelligenz erneut an Bedeutung. Die Regierung hatte bereits zuvor aktiv die Produktionsverlagerung ins Inland vorangetrieben – nun scheinen Speicherlieferanten an der Reihe zu sein. Es handelt sich um die erste größere Ankündigung, die gezielt DRAM-Hersteller ins Visier nimmt. Angesichts der wachsenden Rolle von Speicher in KI-Systemen überrascht das nicht.

Derzeit gibt es in den USA nur einen großen DRAM-Produzenten: Micron. Andere Marktführer wie Samsung und SK hynix haben zwar umfangreiche Investitionen in den USA angekündigt, planen dort aber noch keine DRAM-Fabriken. Samsung investiert zwar in den Halbleitersektor, jedoch nicht in die DRAM-Fertigung. SK hynix wiederum baut in Indiana Kapazitäten für 2,5D-Packaging und Forschung auf – nicht für die Herstellung von Speicherchips.

Sollten die USA tatsächlich einen 100-prozentigen Zoll einführen, könnte dies den größten Produzenten schwer zusetzen und globale Lieferketten neu ordnen. Auch taiwanesische Unternehmen wie Nanya Technology und Winbond Electronics würden dann unter die neue Regelung fallen, was die Spannungen auf dem DRAM-Markt weiter verschärfen dürfte. Da die Speicherkosten durch die KI-Nachfrage ohnehin schon hoch sind, könnten Zölle die Lage der Branche zusätzlich verschlechtern und den technologischen Fortschritt bremsen.