Intel stellt neue Xeon 600 Prozessoren für Workstations vor

Danny Weber

18:24 03-02-2026

© A. Krivonosov

Intel präsentiert die Xeon 600 Serie mit bis zu 86 Kernen, optimiert für KI, Rendering und Multi-Thread-Leistung. Ideal für Profis und Enthusiasten.

Nach langer Pause hat Intel endlich seine neue Generation von Workstation-Prozessoren vorgestellt: die Xeon-600-Serie. Unter dem Codenamen Granite Rapids-WS zielt diese Reihe auf Single-Socket-Systeme ab und soll die auf Sapphire Rapids basierenden Modelle Xeon W-2500 und W-3500 ersetzen.

Die neuen Xeon-Chips konzentrieren sich ganz auf Skalierbarkeit und reine Rechenleistung. Die Serie umfasst 11 Modelle, die ausschließlich mit leistungsstarken P-Cores (Redwood Cove) gebaut sind – energieeffiziente E-Cores sucht man hier vergeblich. Das Flaggschiff ist der Xeon 698X, der mit 86 Kernen und 172 Threads sowie einem stattlichen L3-Cache von 336 MB aufwartet. Er hat einen Basistakt von 2,0 GHz und kann mit Turbo Boost Max 3.0 bis auf 4,8 GHz hochtakten. Intel betont, dass der Xeon 698X vollständig für Übertaktung freigegeben ist – eine seltene Funktion für Server- und Workstation-Xeon-Prozessoren. Das macht ihn besonders attraktiv für Enthusiasten und Profis, die Wert auf manuelle Leistungsoptimierung legen.

Die Xeon-600-Prozessoren arbeiten mit dem Intel-W890-Chipsatz zusammen. Die Plattform unterstützt bis zu 128 PCIe-5.0-Lanes direkt vom Prozessor, acht Kanäle DDR5-6400-RDIMM-Arbeitsspeicher und bis zu 4 TB RAM. Sie bietet auch Unterstützung für CXL 2.0, aktualisierte Plattformfunktionen und erweiterte Möglichkeiten für Multi-GPU- und Speicherarray-Konfigurationen.

Auf der Rechenseite setzt Intel auf KI und professionelle Workloads. Die Xeon-600-Serie unterstützt vPro Enterprise und Intel-Deep-Learning-Boost-Technologien, einschließlich VNNI, AVX-512 und AMX, die auf maschinelles Lernen, Rendering und komplexe mathematische Aufgaben abzielen. Laut Intel bringt die neue Generation im Vergleich zum Xeon W-3500 und W-2500 eine 9 %ige Verbesserung bei Single-Thread-Leistung und einen 61 %igen Schub bei Multi-Thread-Leistung. Gegenüber Desktop-CPUs wie dem Core Ultra 5 245K hinkt Xeon in Single-Thread-Szenarien hinterher, übertrifft sie aber deutlich bei 3D-Rendering, fotorealistischen Szenen und linearer Algebra – wie für Workstation-Hardware zu erwarten.

Die Preise für die Xeon-600-Serie beginnen bei 499 US-Dollar für den 12-Kern-Xeon 634 und gehen bis zu 7.699 US-Dollar für das Flaggschiff Xeon 698X. Einige Modelle werden im Einzelhandel erhältlich sein, andere exklusiv für OEM-Workstation-Hersteller.