Abnehmbare Magnetobjektive für Smartphones: Xiaomi führt die Revolution an

Danny Weber

22:45 04-02-2026

© Wired

Smartphones erhalten ab 2026 abnehmbare Magnetobjektive mit bis zu 100 Megapixeln. Xiaomi's Modular Optical System verspricht professionelle Fotografiequalität für Porträts und Low-Light.

Die Mobilfunkbranche steht möglicherweise vor einem neuen Kapitel: Smartphones sollen bis 2026 abnehmbare Magnetobjektive erhalten, die bereits für die Serienfertigung vorbereitet werden. Diese Nachricht stammt vom bekannten Insider Digital Chat Station, während der Blogger Ice Universe darauf hinwies, dass solche Module innerhalb der kommenden Monate auf den Markt kommen könnten, wobei spezifische Marken noch nicht offiziell genannt wurden.

Führender Kandidat ist Xiaomi, das zuvor als Teil seiner Xiaomi-15-Serie eine revolutionäre Lösung unter dem Namen Modular Optical System präsentierte. Der CEO des Unternehmens, Lei Jun, demonstrierte diese Technologie live und beschrieb sie als experimentelle Entwicklung. Die Marktreaktion war unmittelbar, denn das Projekt weckte großes Interesse sowohl bei Smartphone-Herstellern als auch in der professionellen Fotografieszene.

Das Konzept des Systems ist einfach und beeindruckend zugleich: Ein kompaktes Modul mit einem großen Micro-Four-Thirds-Sensor und vollständig asphärischer Optik wird magnetisch am Smartphone befestigt. Dieses Objektiv kann volle 100 Megapixel liefern, bietet eine 35-mm-äquivalente Brennweite und eine Blende von f/1,4. Damit ist es ein besonders leistungsstarkes Werkzeug für Porträts, Streetfotografie und Aufnahmen bei schwachem Licht.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch nicht nur in der Hardware. Xiaomi hat einen ultraschnellen Laserdatentransfer mit Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s implementiert, der es ermöglicht, RAW-Dateien verlustfrei direkt in das rechnergestützte Fotografiesystem des Telefons zu übertragen. Dadurch kann Xiaomis proprietäre AISP-KI-Verarbeitung genutzt werden, um UltraRAW-Bilder mit einem Dynamikumfang von bis zu 16 Blendenstufen zu erzeugen – ein Niveau, das selbst für viele traditionelle Kameras unerreichbar ist.

Wichtig ist auch, dass das Modul keine Kabel, separate Batterie oder komplexe Kopplung benötigt. Es ist kompakt, leicht abnehmbar und verwandelt das Gerät in eine Mischung aus Smartphone und professioneller Kamera. Wenn diese Technologie dieses Jahr tatsächlich in die Serienfertigung geht, könnte die mobile Fotografie ihren bedeutendsten Sprung im letzten Jahrzehnt erleben.