Danny Weber
20:35 11-02-2026
© A. Krivonosov
Xiaomi führt HyperOS 4 ein und entfernt den POCO Launcher. Erfahren Sie, wie die SOTA-Technologie Hintergrund-Updates ermöglicht und die Software vereinheitlicht.
Xiaomi plant für seine POCO-Smartphones umfangreiche Änderungen. Mit der Einführung von HyperOS 4 wird der hauseigene POCO Launcher komplett verschwinden. Stattdessen erhalten alle Geräte der Marke eine einheitliche Benutzeroberfläche. Dieser Schritt setzt die Strategie "Ein System, eine Oberfläche" um und beseitigt endgültig die Unterschiede zwischen der POCO-Software und der Hauptversion von HyperOS.
Die treibende Kraft hinter dieser Reform ist die SOTA-Technologie – Super OTA. Sie verändert das Grundprinzip von Android-Updates. Bislang erforderte die Installation von Updates einen Neustart des Geräts und eine vorübergehende Unterbrechung. Jetzt kann sich das System im Hintergrund aktualisieren, ohne dass die Nutzeraktivität beeinträchtigt wird. Die Architektur von HyperOS teilt das System in separate Module auf: Kernkomponenten, Oberfläche und Anwendungen. Dadurch lassen sie sich einzeln aktualisieren, ohne die gesamte Firmware zu beeinflussen.
Die Abschaffung des POCO Launcher erscheint folgerichtig. Technisch gesehen nutzen beide Versionen der Oberfläche bereits nahezu identischen Code. Die Pflege zweier Schnittstellen nur wegen optischer Unterschiede erschwerte die Entwicklung und verzögerte die Einführung neuer Funktionen. Testversionen von HyperOS zeigen, dass die Unterschiede zwischen den Launchern schnell schwinden und die Icons zunehmend gleich aussehen. Ein ähnlicher Ansatz wurde bereits beim POCO Pad umgesetzt, das denselben Launcher wie Xiaomi-Tablets verwendet.
Diese Vereinheitlichung wird die Verbreitung neuer Animationen, Widgets und Tools beschleunigen. Funktionen werden nicht mehr zuerst auf Xiaomi-Flagships erscheinen, um dann mit Verzögerung in eine separate POCO-Version übernommen zu werden. Auch die Fehlerbehebung wird schneller, da sich die Entwickler auf eine einzige Codebasis konzentrieren.
Wenn Xiaomi das Potenzial von SOTA voll ausschöpfen kann, könnten Sicherheitsupdates und Systempatches für Nutzer nahezu unsichtbar werden. Das hat das Zeug, das gewohnte Modell von Android-Updates grundlegend zu verändern.