Danny Weber
13:49 20-02-2026
© A. Krivonosov
Frankreichs Präsident Macron will auf der G7 Social-Media-Nutzung für Jugendliche einschränken, um Kinder vor digitalen Risiken und KI zu schützen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, dass die Einschränkung der Social-Media-Nutzung durch Jugendliche ein zentrales Thema während der französischen G7-Präsidentschaft sein wird. Wie Bloomberg berichtet, will Paris internationale Maßnahmen vorantreiben, um Kinder vor schädlichen digitalen Inhalten und KI-bedingten Risiken zu schützen.
Macron betonte auf einem KI-Gipfel in Neu-Delhi, dass Inhalte, die offline illegal sind, auch online nicht für Kinder zugänglich sein sollten. Ein Schwerpunkt der französischen G7-Präsidentschaft sei es, Schäden durch KI und digitale Plattformen für Kinder zu verhindern.
Der französische Staatschef rief auch Indien auf, sich der Initiative anzuschließen und ein internationales Bündnis zum Schutz von Kindern im digitalen Raum zu bilden. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Premierminister Narendra Modi solche Schritte unterstützen würde, und verwies auf Indiens Bereitschaft, an gemeinsamen Regeln für Social Media und KI-Plattformen mitzuwirken.
Macron erwähnte, dass Frankreich bereits ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige diskutiert. Ähnliche Maßnahmen werden in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien und Deutschland erwogen, wo Behörden Social Media zunehmend als suchterzeugend und potenziell schädlich für die psychische Gesundheit von Kindern einstufen. Der französische Präsident hatte zuvor Argumente zur Meinungsfreiheit in diesem Kontext scharf kritisiert und als unsinnig bezeichnet.
Auch die indische Seite hat ihre Position dargelegt. Modi erklärte auf dem Gipfel, Indien müsse bei der Kindersicherung wachsamer sein und KI-basierte Programme in Lehrpläne integrieren. Wissenschaftsminister Ashwini Vaishnaw berichtete, die Regierung prüfe Altersbeschränkungen und diskutiere mit Plattformen über Deepfake-Regulierung.
International zeichnet sich bereits ein Trend zu strengeren Maßnahmen ab. So wird Australien ab 2025 die Social-Media-Nutzung für unter 16-Jährige verbieten. Macrons Initiative könnte somit ein weiterer Schritt hin zu einheitlichen internationalen Regelungen in diesem Bereich sein.