Danny Weber
12:27 29-04-2026
© A. Krivonosov
Intel, AMD und MediaTek steigern die Chip-Produktion, doch die Nachfrage übersteigt das Angebot. KI-Wachstum treibt Preise und Lieferzeiten in die Höhe. Erfahren Sie mehr über die Engpässe.
Die größten Akteure im Chipmarkt – Intel, AMD und MediaTek – weiten ihre Prozessorproduktion massiv aus, um die rasant steigende Nachfrage zu decken. Doch selbst das hat den Markt nicht stabilisiert: Die Preise ziehen weiter an, und die Lieferzeiten für einige Produktkategorien haben sich auf bis zu zwölf Monate verlängert.
Der Haupttreiber ist das rasante Wachstum der künstlichen Intelligenz. Unternehmen kaufen in großem Stil Rechenleistung für KI-Infrastruktur, was den Bedarf nicht nur an GPUs, sondern auch an CPUs sprunghaft erhöht. Früher waren Systeme stark auf Grafikbeschleuniger ausgelegt, etwa im Verhältnis 8:1. Dieses Verhältnis verschiebt sich jetzt rasant in Richtung 1:1. Das bedeutet, dass die Belastung des Prozessormarktes sich vervielfacht hat und weiter wächst.
Vor diesem Hintergrund setzt Intel auf das profitablere Serversegment und konzentriert sich auf Xeon-Chips. Die Nachfrage ist so hoch, dass Intel nicht hinterherkommt, was zu Engpässen und steigenden Preisen führt. Berichten zufolge setzt das Unternehmen sogar überarbeitete Dies ein, um die Erlöse zu steigern, was die angespannte Lage unterstreicht.
AMD nutzt dies voll aus, stärkt seine Position im Serverbereich und nähert sich einem Rekordmarktanteil. Die kommenden EPYC-Venice-Prozessoren auf Basis der Zen-6-Architektur werden den Druck auf Intel weiter erhöhen. Parallel entwickelt NVIDIA eigene CPU-Lösungen, darunter das Vera-Projekt, um die Abhängigkeit von externen Zulieferern zu verringern.
Im Consumer-Segment ist die Lage alles andere als stabil. Hersteller von Laptops und Chromebooks haben mit ernsthaften Lieferverzögerungen zu kämpfen, teils bis zu einem Jahr. Das hat sie gezwungen, nach alternativen Anbietern zu suchen, und MediaTek baut seine Position deutlich aus: Allein in diesem Jahr sollen die Lieferungen um mehr als 40 Prozent steigen.
Die Preise steigen weiter: Intels Prozessoren haben sich im vergangenen Jahr um etwa 20 Prozent verteuert, und Analysten sehen keine schnelle Trendwende. Selbst der Ausbau der Produktionskapazitäten kann mit der Nachfrage nicht Schritt halten, und der Bau neuer Fabriken erfordert Zeit und enorme Investitionen.
Kurz gesagt: Der Markt hat einen Punkt erreicht, an dem eine wachsende Produktion nicht mehr automatisch fallende Preise garantiert. Während sich die Branche auf diese neue Realität einstellt, müssen Anwender und Unternehmen mit teuren Komponenten, eingeschränkter Verfügbarkeit und langen Lieferzeiten klarkommen.