Danny Weber
Laut JPMorgan: Apples iPhone-Speicherkosten könnten bis 2027 drastisch auf 45% steigen. KI-Nachfrage treibt die Preise. Auswirkungen auf kommende iPhones.
Laut einer von der Financial Times zitierten Analyse von JPMorgan könnten die Speicherkosten in Apples Smartphones bis 2027 drastisch steigen. Derzeit machen Speicherkomponenten etwa 10 % der Materialkosten eines iPhones aus, aber in einigen Jahren könnte dieser Anteil auf 45 % klettern.
Apple kauft jährlich Speicher für rund 250 Millionen Geräte und zählt seit langem zu den größten Abnehmern auf dem Markt. Doch die Situation hat sich gewandelt: Apple konkurriert jetzt mit anderen großen Playern um die knappen Kapazitäten von Herstellern wie Samsung, SK Hynix und Micron.
Der rasche Ausbau der KI-Infrastruktur treibt die Preise in die Höhe. Firmen wie NVIDIA und große Cloud-Betreiber, die KI-Rechenzentren bauen, sichern sich riesige Speichermengen – oft mit besseren Konditionen und Milliardenvorauszahlungen. Das verändert den Markt: Statt traditioneller Langzeitverträge mit festen Abnahmemengen erhalten die Speicherhersteller immer häufiger Vorauszahlungen und liefern bevorzugt an die lukrativsten Kunden.
Der Preisdruck wirkt sich bereits auf Apples Smartphone-Strategie aus. Insidern zufolge könnte die Markteinführung des iPhone 18 gestaffelt erfolgen: Die teureren Modelle kämen demnach im Herbst 2027, günstigere Varianten im darauffolgenden Frühjahr. Möglicherweise erscheint dann auch ein faltbares iPhone.
Auch innerhalb des Konzerns tut sich etwas: Hardware-Chef John Ternus soll Tim Cook als CEO nachfolgen, während Cook vermutlich den Vorsitz des Verwaltungsrats übernimmt. Eine der ersten großen Entscheidungen der neuen Führung wird sein, ob die gestiegenen Kosten intern aufgefangen oder an die Kunden weitergegeben werden.
Analysten zufolge hängt der Ausgang von Apples Strategie zur Verteidigung seiner Marktanteile ab, vor allem in umkämpften Märkten wie China und Indien. Ein mögliches Szenario: Apple verzichtet auf deutliche Preiserhöhungen, um seine Position zu sichern, auch wenn das niedrigere Margen bedeutet.
© A. Krivonosov