Danny Weber
Sony zahlt 7,8 Mio. USD im PlayStation-Store-Monopolstreit. Betroffene US-Käufer erhalten PSN-Guthaben, nachdem der Verkauf digitaler Codes verboten wurde.
Sony hat sich bereit erklärt, 7,8 Millionen US-Dollar zu zahlen, um einen Rechtsstreit beizulegen, in dem dem Unternehmen vorgeworfen wird, über den PlayStation Store eine Monopolstellung missbraucht zu haben. Die Kläger argumentierten, dass Sony den digitalen Shop zur einzigen Kaufoption für digitale PS4- und PS5-Spiele gemacht habe, was den Wettbewerb erstickt und möglicherweise die Preise in die Höhe getrieben habe.
Die Klage – Caccuri gegen Sony Interactive Entertainment LLC – wurde 2021 eingereicht, nachdem Sony 2019 den Verkauf digitaler Spielecodes über Drittanbieter untersagt hatte. Damit schaltete Sony den Einzelhandel beim Verkauf digitaler Titel aus und bündelte alle Käufe im PlayStation Store – faktisch eine Verschärfung der Preishoheit.
Das US-Bundesbezirksgericht für den nördlichen Distrikt von Kalifornien hat dem Vergleich vorläufig zugestimmt; eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus. Am 15. Oktober soll in einer Anhörung geprüft werden, ob die Einigung rechtens ist. Interessant dabei: Bereits im Juli 2025 hatte der Richter einen ersten Vergleichsvorschlag abgelehnt.
Anspruch auf Entschädigung haben ausschließlich Käufer aus den USA, die im Zeitraum vom 1. April 2019 bis zum 31. Dezember 2023 in Ladengeschäften Gutscheine für bestimmte digitale Spiele erworben haben. Eine Liste der berechtigten Titel findet sich auf der Vergleichswebseite. Sollte der Vergleich endgültig genehmigt werden, erfolgt die Auszahlung voraussichtlich als PSN-Guthaben – und nicht per Scheck. Da sich über 4,4 Millionen Nutzer den Fonds teilen, fallen die Einzelbeträge eher bescheiden aus: Für ein neues PS4- oder PS5-Spiel reicht es bei weitem nicht. Berechtigte Nutzer werden voraussichtlich per E-Mail informiert.
Damit ist die juristische Auseinandersetzung womöglich noch nicht beendet. Im Vereinigten Königreich läuft bereits das Verfahren PlayStation You Owe Us, das den Store genauso als geschlossenes und wettbewerbswidriges Ökosystem einstuft. Die Kläger fordern mehr als 2 Milliarden Pfund Schadenersatz, und etwa 12 Millionen Gamer könnten betroffen sein.
© E. Vartanyan