Danny Weber
Die Intel Arc Pro B70 zeigt in Gaming-Tests hohe Leistung bei Raster- und Raytracing. Benchmarks gegen RTX 5060 Ti und Arc B580 sowie Ausblick auf Arc B770.
Der Intel Arc Pro B70 wurde eigentlich für professionelle Anwendungen und KI-Workloads entwickelt, doch mit den aktuellen Treibern hat er auch im Gaming-Bereich eine beachtliche Schlagkraft bewiesen. Sein Herzstück ist der große Battlemage-Chip BMG-G31 – eine GPU, die sich Enthusiasten für eine Spielekarte gewünscht hätten, die Intel jedoch zunächst in Profi-Beschleunigern einsetzt. Die nun vorliegenden Benchmarks geben einen verlockenden Ausblick darauf, was eine hypothetische Gaming-Variante mit der Bezeichnung Arc B770 leisten könnte.
Die Pro B70 verfügt über 32 Xe2-HPG-Kerne, 256 XMX-Engines, 32 Raytracing-Einheiten und üppige 32 GB GDDR6-Speicher an einem 256-Bit-Interface. Der Speicher taktet mit 19 Gbps, was eine Bandbreite von 608 GB/s ergibt, während der GPU-Takt bei bis zu 2.800 MHz liegt. Diese gewaltige VRAM-Kapazität übertrifft typische Gaming-Karten bei weitem, der Preis von 949 Dollar ist jedoch der professionellen Zielgruppe und den Kosten für die 32 GB geschuldet.
In 1440p-Rasterisierung hängt die Arc Pro B70 die Arc B580 klar ab. In Cyberpunk 2077 erreichte sie 90,27 fps gegenüber 66,02 fps der B580 und 79,06 fps der RTX 5060 Ti mit 16 GB. Auch in Black Myth: Wukong, Marvel Rivals, Monster Hunter Wilds und Assassin’s Creed Shadows beträgt der Vorsprung auf die B580 teilweise bis zu 41 Prozent, wobei die RTX 5060 Ti im Schnitt einen hauchdünnen Vorsprung behauptet.
Noch spannender wird es beim Raytracing. In F1 25, Doom: The Dark Ages und Cyberpunk 2077 lag die Intel-Karte im Schnitt um etwa 9 Prozent vor der RTX 5060 Ti mit 16 GB, mit einem Spitzenvorsprung von 14 Prozent in F1 25. In den übrigen Titeln behielt NVIDIA knapp die Nase vorn. Gegenüber der Arc B580 erzielte die Pro B70 Steigerungen von bis zu 65,7 Prozent, der durchschnittliche Zugewinn über alle RT-Tests lag bei rund 40 Prozent.
KI-Benchmarks untermauern die Rechenstärke der Karte. Im MLPerf-Client-Test liefert die Pro B70 unter Windows ML höhere Token-Erzeugungsraten und kürzere Time-to-First-Token als die RTX 5060 Ti. Mit OpenVINO-Unterstützung von Intel dürfte sich die Leistung bei rechenintensiven Aufgaben sogar noch steigern lassen.
Was bedeutet das alles für Spieler? Die Zahlen legen nahe, dass eine Gaming-Version des großen Battlemage-Chips im Preisbereich von 400 bis 500 Dollar ein ernstzunehmender Konkurrent gewesen wäre. Mit 16 GB Speicher und einer spieleoptimierten Abstimmung – nennen wir die Karte einmal Arc B770 – wäre sie voraussichtlich 40 bis 50 Prozent schneller als die Arc B580 und könnte es mit der RTX 5060 Ti 16 GB aufnehmen. Allerdings machen Speicherknappheit und die derzeitige Lage des PC-Konsummarktes die Marktchancen für ein solches Modell zunehmend unwahrscheinlich.
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