Danny Weber
Apple führt Gespräche mit Intel und Samsung, um Chip-Produktion auszuweiten. Ziel: weniger Abhängigkeit von TSMC. Technische Hürden bleiben. Lesen Sie mehr.
Apple lotet eine breitere Aufstellung seiner Chip-Produktion aus und hat erste Gespräche mit Intel und Samsung Electronics aufgenommen. Wie Bloomberg berichtet, befinden sich die Verhandlungen noch in einem frühen Stadium.
Es gab bereits erste Treffen mit Intel, und Apple will zudem die Fertigungskapazitäten von Samsung für moderne Halbleiter prüfen. Hauptziel ist es, die Abhängigkeit vom langjährigen Schlüsselpartner TSMC zu reduzieren, der seit über einem Jahrzehnt Apples Chips mit den fortschrittlichsten Prozessen, darunter 3nm, fertigt.
Die Suche nach Alternativen hat sich vor dem Hintergrund globaler Lieferkettenstörungen verschärft. Die rasant steigende Nachfrage nach KI-Hardware und das wachsende Mac-Geschäft haben zu Bauteil-Engpässen geführt. Selbst ein Großabnehmer wie Apple spürte diesen Druck deutlich.
Zusätzlichen Schub erhielt das Vorhaben durch eine interne Umstrukturierung: Die Hardware-Entwicklung wurde unter der Leitung von Johnny Srouji gebündelt. Der wichtige Bereich Silicon wird nun vom Firmenveteranen Sree Santhanam verantwortet – ein klares Zeichen für den strategischen Stellenwert des hauseigenen Chip-Designs.
Ein Wechsel zu neuen Partnern bringt jedoch erhebliche Herausforderungen mit sich. Quellen zufolge erreichen weder Intel noch Samsung bislang die Skalierbarkeit und Fertigungsstabilität von TSMC. Ein Umstieg wäre daher ebenso komplex wie riskant.
Trotzdem hat der Schritt strategische Vorzüge. Für Intel wäre ein Deal mit Apple eine Bestätigung des Wachstumskurses im Foundry-Geschäft. Samsung könnte seine Position im Markt für Hochleistungschips ausbauen. Eine teilweise Verlagerung der Produktion aus Taiwan heraus würde zudem geopolitische Risiken abfedern und die US-amerikanische High-Tech-Fertigung stärken.
Trotz der aktiven Gespräche steht eine endgültige Entscheidung noch aus. Apple ist sich unsicher, ob sich außerhalb von TSMC das gleiche technologische Niveau erreichen lässt. Die Zusammenarbeit mit neuen Partnern bleibt damit vorerst eine offene Frage.
© D. Novikov