Xiaomi-Präsident warnt vor Smartphone-Preisen über 10.000 Yuan

Danny Weber

Xiaomi-Präsident Lu Weibing warnt, dass Flaggschiff-Smartphones bald über 10.000 Yuan kosten könnten. Grund sind steigende Speicherpreise. Das Xiaomi 17 Max startet im Mai.

Xiaomi-Präsident Lu Weibing hat davor gewarnt, dass einige chinesische Flaggschiff-Smartphones in der zweiten Jahreshälfte 2026 die 10.000-Yuan-Marke überschreiten könnten. Selbst herkömmliche Slab-Phones ohne faltbares Design kratzen inzwischen an einer Preisgrenze, die noch vor Kurzem für den chinesischen Massenmarkt zu hoch schien.

Als Haupttreiber nannte er die steigenden Speicherkosten. Die Preise für DRAM und NAND sind stark gestiegen, sodass die Hersteller die Mehrkosten kaum noch selbst tragen können, ohne sie weiterzugeben. Xiaomi sei bereits dabei, die Preise für kommende Modelle festzulegen – die Komponentenpreise bleiben volatil und könnten sich bis zum Marktstart noch ändern.

Erschwerend kommt hinzu: Eine schnelle Ausweitung der Speicherproduktion ist nicht möglich. Der Bau einer neuen Fabrik dauert Jahre, während die Nachfrage durch KI-Server, Rechenzentren und Hochleistungsrechnen weiter steigt. Laut Lu werde der Druck auf dem Speichermarkt mindestens bis 2028 anhalten – nicht nur bis 2027.

Vor diesem Hintergrund wird das kommende Xiaomi 17 Max umso spannender. Es soll im Mai auf den Markt kommen und das neue Flaggschiff des Unternehmens werden. Gerüchten zufolge bietet es ein 6,9-Zoll-Display, den Snapdragon 8 Elite Gen 5, eine 200-Megapixel-Leica-Kamera und einen 8000-mAh-Akku. Diese Ausstattung treibt den Preis natürlich in die Höhe – und die steigenden Speicherkosten könnten ihn noch weiter nach oben drücken.

Xiaomi steht mit diesem Problem nicht allein da. Auch OPPO, vivo und Honor kämpfen mit den gleichen Herausforderungen. Sollte die 10.000-Yuan-Schwelle zur neuen Normalität für High-End-Smartphones werden, wäre das ein massiver Wandel für einen Markt, in dem aggressive Preise und starke Ausstattung lange das Markenzeichen der heimischen Marken waren.

© A. Krivonosov