Danny Weber
Die Lisuan LX 7G100 ist eine chinesische GPU mit guter Kompatibilität, aber schwacher Leistung. Für rund 480 Dollar bleibt sie hinter RTX 4060 und Co. zurück.
Der chinesische Grafikkartenhersteller Lisuan hat seine erste Consumer-GPU, die LX 7G100, einem echten Gaming-Test unterzogen – mit gemischten Ergebnissen. Einerseits ist es ein seltenes Beispiel einer chinesischen GPU, die viele moderne Spiele direkt out of the Box ausführen kann. Andererseits stellt sie in puncto tatsächlicher Leistung und Preis noch keine Bedrohung für etablierte Optionen von NVIDIA, AMD oder Intel dar.
Der Test stammt von Chaowanke, der die Founder Edition mit 12 GB Speicher auf Basis von Lisuans eigener TrueGPU-Architektur geprüft hat. Für einen Neuling im Markt ist dies ein beachtlicher Erfolg: Anders als einige frühere chinesische GPUs funktioniert die LX 7G100 mit einer Vielzahl aktueller Titel, darunter DirectX-12-Spiele. In dieser Hinsicht wirkt Lisuans Launch stärker als der von Moore Threads MTT S80, der monatelange Treiber-Updates benötigte, um die Kompatibilität zu verbessern.
Benchmarks und echte Spiele erzählen jedoch unterschiedliche Geschichten. In synthetischen Tests wie 3DMark kommt die LX 7G100 manchmal nahe an die GeForce RTX 3060 heran oder schneidet sogar ordentlich gegen die RTX 4060 ab, doch im tatsächlichen Gaming wird der Abstand deutlich. In Cyberpunk 2077 bei 1080p mit FSR3 Quality und Frame Generation erreichte die Karte 88 FPS, während die RTX 4060 auf 232 FPS kam und die Intel Arc B580 auf 243 FPS. In Black Myth: Wukong waren es 56 FPS gegenüber 115 FPS bei der RTX 4060, und in Forza Horizon 5 schaffte die Lisuan-Karte nur 48 FPS.
Das Hauptproblem der LX 7G100 ist nicht nur die Leistung – es ist auch der erwartete Preis von rund 3.300 Yuan, also etwa 480 Dollar. Für dieses Geld können Käufer Karten der RTX-4060-Klasse, gebrauchte RTX-30-Serien-Modelle oder Intel-Arc-Lösungen in Betracht ziehen, die oft merklich schneller und stabiler in Spielen sind. Insofern ist die LX 7G100 eher eine Demonstration des technologischen Fortschritts in der chinesischen GPU-Industrie als ein sofort kaufbares Massenmarktprodukt für Gamer.
Hinzu kommen softwaretechnische Einschränkungen. Laut Testbericht hat das Treiber-Kontrollcenter kaum nützliche Einstellungen, der Overclocking-Modus der Founder Edition setzt sich nach einem Neustart zurück, MSI Afterburner zeigt nur grundlegende GPU- und Speicherauslastung an, und die Karte fehlt Raytracing-Unterstützung. Lisuan plane angeblich, Raytracing erst in der zweiten GPU-Generation einzuführen.
Letztlich kann man die LX 7G100 nicht als Alternative zur GeForce RTX 4060 bezeichnen, und ihre Spielergebnisse erreichen nicht einmal die der RTX 3060. Aber als Lisuans erste Consumer-GPU mit breiter Unterstützung moderner Spiele ab Verkaufsstart ist sie ein bemerkenswerter Schritt nach vorn. Wenn das Unternehmen die Treiber beschleunigen, die Verwaltungstools verbessern und den Preis überdenken kann, haben seine künftigen Grafikkarten bessere Chancen, über eine bloße Technikdemo hinauszugehen.
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