Bungie beendet Destiny 2-Support: Petition für Destiny 3 startet durch

Danny Weber

Bungie stellt die aktive Entwicklung von Destiny 2 ein. Die Community reagiert mit einer Petition für Destiny 3 und sammelt über 180.000 Unterschriften. Erfahre mehr über die Krise bei Bungie und die Zukunft des Studios.

Die Zukunft von Bungie gerät erneut in den Fokus, nachdem das Studio mitteilte, dass die aktive Unterstützung für Destiny 2 faktisch eingestellt wird. Der fast neun Jahre alte Shooter erhält nach dem 9. Juni 2026 keine größeren Updates mehr. Für die Anhängerschaft bedeutet das das Ende einer großen Ära, doch die Community ließ nicht lange auf sich warten: Spieler starteten eine Petition, die Destiny 3 fordert.

Schon nach wenigen Tagen sammelte die Petition rund 180.000 Unterschriften. Bemerkenswert daran: Diese Zahl ist mehr als doppelt so hoch wie der Spitzenwert der gleichzeitigen Spieler von Marathon auf Steam. Ein Vergleich, der Bungie schmerzt – denn Marathon ist nun offenbar der wichtigste Titel des Studios für die absehbare Zukunft, während Destiny 3 Berichten zufolge nicht aktiv entwickelt wird.

Hinzu kommt die interne Unsicherheit. Medienberichten zufolge wurden einige Bungie-Mitarbeiter bereits zu Marathon versetzt, und offenbar drohen dem Studio größere Entlassungen. Angeblich waren einige Entwickler im Voraus über die Einstellung der aktiven Destiny-2-Entwicklung informiert, während andere es erst zeitgleich mit der öffentlichen Ankündigung erfuhren. Das verstärkt die Krisenstimmung innerhalb des Unternehmens und unter den Fans.

Dass Destiny 3 nicht sofort kommt, dürfte mit der Vorsicht von PlayStation zusammenhängen. Ein komplett neues Spiel im Destiny-Universum wäre mit einem riesigen Budget verbunden, und nach gemischten Erfahrungen mit Live-Service-Spielen zögert der Publisher wohl, eine so teure Entwicklung zu genehmigen. Stattdessen will Bungie PlayStation demnächst neue Projekte vorlegen – darunter könnten theoretisch auch Destiny-Ideen sein.

Im Moment gilt die ganze Aufmerksamkeit Marathon. Im März lockte das Spiel rund 2,2 Millionen Spieler auf PC und Konsolen – wie viele Exemplare verkauft wurden und wie die Langzeitperspektive aussieht, ist unklar. Das ist eine riskante Phase für Bungie: Man schließt ein wichtiges Kapitel mit Destiny 2 und setzt auf einen neuen Titel, der erst noch beweisen muss, dass er das frühere Flaggschiff ersetzen kann.

Die Petition macht deutlich: Ein großer Teil der Fans sieht die Zukunft von Bungie nicht in Marathon, sondern in einem vollwertigen Destiny 3. Solche Appelle ändern zwar selten die Strategie großer Publisher, doch 180.000 Unterschriften in wenigen Tagen sind ein starkes Signal. Die Spieler zeigen damit, dass sie das Destiny-Universum nicht einfach aufgeben wollen – sie erwarten vom Studio keinen finalen Patch, sondern einen Neuanfang.

© A. Krivonosov