Smartphone-Arbeitsspeicher 2026: 12 GB RAM für KI-Funktionen nötig

Danny Weber

Ab 2026 reichen 8 GB RAM für die meisten, doch Googles Gemini Intelligence benötigt mindestens 12 GB. Erfahren Sie, welche Geräte kompatibel sind und warum mehr Speicher sinnvoll ist.

Bis vor Kurzem schien die Frage nach dem Arbeitsspeicher in Smartphones weitgehend geklärt: 4 GB reichten für einfache Aufgaben, 6 GB waren die Norm, 8 GB boten eine komfortable Reserve, und 12 oder 16 GB wirkten eher wie ein Marketing-Gag. Doch 2026 verschiebt sich das Bild. Der Grund: Nicht soziale Medien, Surfen oder Spiele sind das Problem – sondern die künstliche Intelligenz auf dem Gerät, die immer häufiger direkt auf dem Smartphone läuft.

Der Arbeitsspeicher fungiert nach wie vor als „Schreibtisch“ des Smartphones: Er hält geöffnete Apps, Tabs, Hintergrundprozesse und Daten bereit, auf die das System schnell zugreifen muss. Für die meisten Nutzer reichen 8 GB völlig aus: Nachrichten, Kamera, Surfen, Videos, Banking-Apps und moderates Multitasking sind damit kein Problem. Selbst die Mindestanforderungen von Android samt voller Google-Dienste liegen mittlerweile bei 6 GB – das zeigt die untere Grenze des Marktes deutlich.

Doch Googles neue KI-Funktionen setzen die Messlatte höher. Auf der Google I/O 2026 stellte das Unternehmen Gemini Intelligence vor – nicht als separate Gemini-App, sondern als tiefer integrierte Systemebene mit Funktionen wie verbesserter Diktierfunktion, Erstellung von Widgets per Sprachbefehl und mehrstufiger Automatisierung zwischen Apps. Der entscheidende Unterschied: Diese Aufgaben müssen lokal ausgeführt werden, ohne ständig Daten in die Cloud zu senden. Das ist schneller und privater, erfordert aber deutlich mehr Ressourcen.

Für die volle Nutzung von Gemini Intelligence braucht ein Smartphone mindestens 12 GB RAM, einen Flaggschiff-Chip wie Snapdragon 8 Elite oder Tensor G5, Unterstützung für Android AICore und das Modell Gemini Nano v3. Letzteres entpuppte sich als unerwartete Hürde: Selbst teure 2025er Modelle fallen durch, wenn sie nur Gemini Nano v2 an Bord haben. So stehen etwa das Pixel 9 Pro mit 16 GB RAM, das Galaxy S25, das Galaxy Z Fold 7 und Flip 7 sowie das OnePlus 13 noch nicht auf der Kompatibilitätsliste.

Die Liste der Geräte, die Gemini Nano v3 voraussichtlich unterstützen, besteht hauptsächlich aus Modellen des Jahrgangs 2026: Pixel 10, Galaxy S26, Galaxy Z Fold 8 und Flip 8, OnePlus 15, Honor Magic 8 Pro, iQOO 15 sowie neue Modelle von OPPO, vivo und Xiaomi. Apple zeigt sich dagegen großzügiger: Apple Intelligence läuft auf iPhones mit 8 GB RAM, beginnend mit dem iPhone 15 Pro und neuer. In Apples Ökosystem liegt die Eintrittsschwelle für KI auf dem Gerät also niedriger als bei Google.

Was bedeutet das in der Praxis? Ganz einfach: 6 GB reichen 2026 nur für ein einfaches Android-Handy, 8 GB bleiben für die meisten Nutzer das Maß der Dinge, und 12 GB avancieren zum neuen Minimum für alle, die die neuesten Google-KI-Funktionen in vollem Umfang nutzen wollen. Konfigurationen mit 16 GB oder mehr sind kein Overkill mehr, sondern eine Investition in die Zukunft – damit das Smartphone auch in den kommenden Jahren noch auf der Höhe der Zeit bleibt.

© A. Krivonosov