Danny Weber
MediaTek arbeitet an der Dimensity-9600-Serie mit 2-nm-Prozess und Pro-Variante. Höhere Leistung und Effizienz. Erste Smartphones wie vivo X500 und OPPO Find X10 ab September 2026.
MediaTek bereitet offenbar eine neue Generation von Flaggschiff-Prozessoren unter dem Namen Dimensity 9600 vor, die im Herbst auf den Markt kommen soll. Erstmals könnte die Serie in zwei Versionen erscheinen: einer Basis-Dimensity 9600 und einer leistungsstärkeren Dimensity 9600 Pro. Dieser Schritt scheint eine direkte Reaktion auf Qualcomm zu sein, das ebenfalls eine Pro-Variante des kommenden Snapdragon 8 Elite Gen 6 plant.
Der wichtigste technische Fortschritt der Dimensity 9600 Pro ist laut Berichten der Umstieg auf TSMCs 2-nm-Fertigungsprozess. Dadurch soll die Leistung um etwa 10 bis 15 Prozent steigen und die Energieeffizienz um 25 bis 30 Prozent im Vergleich zur Vorgängergeneration verbessert werden. Bei der Basis-Dimensity 9600 ist die Lage weniger klar: Aufgrund der hohen Nachfrage nach TSMCs Spitzenkapazitäten könnte die Standardversion entweder auf weniger leistungsfähige 2-nm-Chips zurückgreifen oder sogar auf dem 3-nm-Knoten bleiben.
Leaks deuten darauf hin, dass MediaTek auch die CPU-Architektur ändert. Statt des üblichen 1+3+4-Layouts könnte der neue Chip eine 2+3+3-Anordnung mit zwei besonders leistungsstarken Cortex-C2-Ultra-Kernen (Codename Canyon) erhalten. Die Spitzentaktfrequenz der Pro-Variante soll nahe 5 GHz erreichen, während die Standard-Dimensity 9600 niedrigere Frequenzen bietet. Laut dem Insider Digital Chat Station könnten frühe Engineering-Muster der Dimensity 9600 Pro im Geekbench-6-Einzelkerntest etwa 4200 bis 4300 Punkte und im Mehrkerntest 12.000 bis 12.500 Punkte erzielen.
Ein großer Sprung wird bei der Grafik erwartet. Beide Dimensity-9600-Varianten sollen eine Arm-Immortalis-Magni-GPU der nächsten Generation mit Raytracing-Unterstützung erhalten, wobei das Pro-Modell über mehr Recheneinheiten verfügt. Leaks verweisen zudem auf spezielle Hardware für Spiele: Der Chip kann Frames auf Hardwareebene generieren, sodass aus 60 Bildern pro Sekunde flüssige 120 oder mehr werden, und bietet eine native Auflösungsskalierung, die nicht vollständig von der Software abhängt.
Die Dimensity 9600 Pro soll LPDDR6 und UFS 5.0 unterstützen, was die Speicherleistung, das Laden von Spielen, das Streamen von Assets und KI-Aufgaben auf dem Gerät beschleunigt. Die Standard-Dimensity 9600 wird laut Berichten bei LPDDR5X und UFS 4.0 bleiben. Auf der KI-Seite bereitet MediaTech Gerüchten zufolge eine Dual-Block-NPU und einen Neural Shader Scheduler vor, der ML-Aufgaben zwischen GPU und NPU aufteilen kann, je nachdem, welche effizienter ist.
Die ersten Smartphones mit den neuen Chips könnten bereits im September 2026 erscheinen. Zu den erwarteten Modellen gehören das vivo X500 und das OPPO Find X10 mit der Dimensity 9600 sowie das vivo X500 Pro und das OPPO Find X10 Pro mit der Dimensity 9600 Pro. Bestätigen sich die Leaks, wird MediaTek versuchen, nicht nur zu Qualcomm aufzuschließen, sondern direkt um die leistungsfähigsten Android-Flaggschiffe des Jahres zu konkurrieren.
© A. Krivonosov