Danny Weber
Samsung erforscht Flüssigkeitskühlung für Galaxy-Smartphones. Die Technik soll die Wärmeableitung verbessern und stabile Leistung bei Spielen und KI bieten.
Samsung arbeitet offenbar an einer Flüssigkeitskühlung für künftige Galaxy-Smartphones. Das berichten koreanische Medien. Das Unternehmen verspricht sich davon eine bessere Wärmeableitung und stabilere Leistung – vor allem bei Spielen, KI-Anwendungen und anderen rechenintensiven Aufgaben.
Ein spezielles Team am Fertigungstechnologie-Forschungsinstitut von Samsung soll sich der aktiven Kühlung widmen, wie das Sisa Journal-e berichtet. Die Entwickler arbeiten sowohl an Luft- als auch an Flüssigkeitslösungen, die später in kommerziellen Galaxy-Geräten zum Einsatz kommen könnten.
Luftkühlung in Smartphones setzt meist auf einen kleinen eingebauten Lüfter, der die Temperatur schnell senkt. Das bringt jedoch mehr Gewicht, Lärm und Komplexität mit sich. Flüssigkeitskühlung wäre dagegen leiser und kompakter, stellt aber wegen der erforderlichen Wasserdichtigkeit und des begrenzten Innenraums eine größere Herausforderung dar.
Viele aktuelle Hybridsysteme kombinieren einen Lüfter für die anfängliche Kühlung mit einem Flüssigkeitskreislauf für zusätzliche Wärmeableitung. Solche Lösungen finden sich in Gaming-Smartphones chinesischer Hersteller oder in Geräten mit aktiven Minilüftern. Samsung hingegen wolle ein lüfterloses System entwickeln, um Lärm und andere Nachteile zu vermeiden, so der leitende Forscher Park Min.
Das Interesse von Samsung an neuen Kühlmethoden ist nachvollziehbar. Moderne Smartphones bewältigen immer mehr lokale KI-Aufgaben, anspruchsvolle Spiele und leistungsstarke Chips, die ein stabiles Wärmemanagement erfordern. Besonders heikel ist das Thema für Samsung nach der Kontroverse um das Galaxy S22, bei dem ein Dienst zur Spieloptimierung die Leistung drosselte, um die Hitze zu kontrollieren.
Sollte die Entwicklung bis zur Serienreife gelangen, könnte die Flüssigkeitskühlung zu einem entscheidenden Unterscheidungsmerkmal für künftige Galaxy-Geräte werden. Laut Park Min wirkt sich hohe Hitze direkt auf die Leistung von Prozessor und Stromversorgung aus und erhöht das Risiko elektronischer Ausfälle. Zudem patentiere Apple bereits aktive Kühltechnologien, was darauf hindeute, dass die kommerzielle Einführung solcher Systeme in Smartphones nicht mehr fern sei.
© A. Krivonosov