Danny Weber
Erste Geekbench-Ergebnisse des neuen Nvidia N1x ARM-Chips für Laptops zeigen kaum Unterschiede zum Apple M3 Max. Ob die Plattform überzeugt, bleibt abzuwarten.
Wie es heißt, bereitet Nvidia auf der Computex eine große Ankündigung vor: eine neue ARM-basierte Plattform namens N1x, die gemeinsam mit Microsoft und Arm für künftige Laptops entwickelt wurde. Doch schon jetzt sorgen vorab veröffentlichte Geekbench-6-Ergebnisse für Skepsis, denn der neue Nvidia-Chip scheint den Apple M3 Max, der 2023 im MacBook Pro debütierte, nicht übertreffen zu können.
Beim N1x handelt es sich angeblich um eine modifizierte Version des GB10-System-on-Chips aus dem DGX-Spark-Mini-PC. Die Plattform soll über einen von MediaTek entwickelten 20-Kern-ARM-Prozessor verfügen, eine Grafikleistung auf Niveau einer RTX 5070 sowie einen einheitlichen LPDDR5X-Speicher, der CPU und GPU gemeinsam nutzen. Diese Architektur dürfte besonders für lokale KI-Aufgaben interessant sein, bei denen großer Speicher und enge Integration der Recheneinheiten eine wichtige Rolle spielen.
In einem entdeckten Geekbench-6.2.2-Test unter Linux AArch64 erzielte der Nvidia N1x 3.096 Punkte im Single-Core und 18.837 Punkte im Multi-Core. Das System lief mit Ubuntu 24.04.1 LTS auf einem HP-8EA3-Motherboard. Zum Vergleich: Der Apple M3 Max in einem 16-Zoll-MacBook Pro erreicht rund 3.124 Punkte im Single-Core und 18.920 Punkte im Multi-Core. Die Unterschiede sind gering, doch der Apple-Chip behält einen formalen Vorsprung.
Besonders unangenehm ist der Vergleich für Nvidia angesichts des Konfigurationsunterschieds. Der M3 Max setzt auf eine 14-Kern-CPU, während der N1x über einen 20-Kern-Prozessorblock verfügen soll. Sollten die endgültigen Werte nahe an diesen Ergebnissen liegen, würde das nicht nur Apples Optimierungsstärke unterstreichen, sondern auch zeigen, dass Nvidia und seine Partner die Effizienz der neuen ARM-Plattform in Verbrauchergeräten noch beweisen müssen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man bereits endgültige Schlüsse ziehen kann. Die N1x-Tests stammen, wie erwähnt, vom Juni 2025 und gehören zu einer Vorab-Plattform. Serienversionen in optimierten Windows-Laptops könnten höhere Werte erzielen, insbesondere wenn Microsoft und Nvidia an Treibern, Energieprofilen und Anwendungsunterstützung feilen. Zudem misst Geekbench vor allem die CPU-Leistung, während die Stärke des N1x eher in der Grafik und bei lokalen KI-Aufgaben liegen könnte als in der traditionellen Prozessorleistung.
Die entscheidende Frage auf der Computex wird sein, wie Nvidia das N1x positioniert. Stellt das Unternehmen es als direkten Allround-Konkurrenten zu Apple Silicon dar, sind Vergleiche mit dem M3 Max unvermeidlich und nicht gerade schmeichelhaft. Liegt der Fokus dagegen auf einem neuen PC-Typ, bei dem GPU, einheitlicher Speicher und lokale Modelle im Vordergrund stehen, dann erzählen diese frühen CPU-Benchmarks möglicherweise nur einen Teil einer komplexeren Geschichte.
© A. Krivonosov