KI-Impfstoff gegen Sarbecoviren erfolgreich an Menschen getestet

Danny Weber

Eine KI entwickelte einen universellen Impfstoff gegen Sarbecoviren, der erstmals in einer klinischen Studie an 39 Freiwilligen getestet wurde. Die Ergebnisse zeigen schützende Immunantwort ohne nennenswerte Nebenwirkungen.

Ein Team der University of Cambridge hat die ersten Ergebnisse einer klinischen Studie für einen Universalimpfstoff veröffentlicht, der mithilfe künstlicher Intelligenz entwickelt wurde. Laut der Universität handelt es sich um das erste Mal, dass ein Impfstoff, dessen Wirkstoff vollständig am Computer entwickelt wurde, an Menschen getestet wurde. Bei den Teilnehmern wurden keine nennenswerten Nebenwirkungen festgestellt.

An der Studie nahmen 39 gesunde Freiwillige im Alter von 18 bis 50 Jahren teil; sie wurde in medizinischen Einrichtungen in Southampton und Cambridge durchgeführt. Der Impfstoff richtet sich gegen die Untergruppe der Sarbecoviren, zu denen SARS-CoV-2 (der Erreger der COVID-19-Pandemie), SARS und verwandte Fledermausviren gehören, die möglicherweise künftige Ausbrüche verursachen könnten.

Nach der Impfung entwickelten die Freiwilligen eine schützende Immunantwort gegen mehrere Viren dieser Gruppe gleichzeitig. Die Wissenschaftler glauben, dass dieser Ansatz helfen könnte, Bedrohungen abzufangen, bevor sie entstehen, anstatt Impfstoffe erst nach Beginn einer Epidemie zu entwickeln. Künftig könnten ähnliche Superantigene gegen andere gefährliche Infektionen wie Grippe und Ebola eingesetzt werden.

Zur Entwicklung des Impfstoffs fütterten die Forscher bekannte Gensequenzen von Sarbecoviren aus aller Welt in ein KI-Modell ein. Maschinelles Lernen half dabei, ein Antigen zu entwerfen, das die gemeinsamen Merkmale der gesamten Virusgruppe widerspiegelt und nicht nur eines einzelnen Stamms. Dadurch soll der Impfstoff auch dann wirksam bleiben, wenn neue Varianten auftauchen.

Professor Jonathan Heeney vom Labor für virale Zoonotik der University of Cambridge erklärte, das Team versuche, die Impfstoffentwicklung von einem reaktiven Modus hin zu einer Vorbereitung auf künftige Bedrohungen zu verlagern. Traditionelle Impfstoffe schützten oft nur gegen eine begrenzte Anzahl von Varianten, und der neue Ansatz könne die Medizin aus dem ständigen Wettlauf mit zirkulierenden Mutationen befreien.

Es handelt sich vorerst um eine kleine erste Studie, sodass endgültige Schlussfolgerungen noch verfrüht sind. Die nächste Phase sollte mehr Teilnehmer mit unterschiedlicheren Hintergründen umfassen, um die Sicherheit zu bestätigen und die Wirksamkeit breiter zu bewerten. Dennoch erscheint die erfolgreiche Prüfung eines Impfstoffs mit einem vollständig KI-entworfenen Wirkstoff bereits als wichtiger Schritt hin zu einem neuen Modell der Pandemievorsorge.

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