Nvidia RTX Spark vs. Snapdragon X2 Elite Extreme: Wer gewinnt bei Windows on ARM?

Danny Weber

Nvidia bringt mit dem RTX Spark einen starken ARM-Chip für Windows, Qualcomm kontert mit dem Snapdragon X2. Vergleiche Leistung, Grafik und KI-Fähigkeiten. Welcher Chip ist der richtige für dich?

Bis vor Kurzem war Qualcomm quasi der einzige Treiber hinter Windows on ARM – zuerst mit dem Snapdragon X Elite, dann mit der leistungsstärkeren Snapdragon-X2-Reihe. Doch nun steigt Nvidia mit dem RTX Spark offiziell in das Segment ein, und der Markt reagierte nervös. Die Ankündigung ließ die Qualcomm-Aktie um über zehn Prozent einbrechen, was an einem einzigen Handelstag mehr als zehn Milliarden Dollar an Marktwert vernichtete.

Nvidia RTX Spark: Setzt auf GPU, Speicher und lokale KI

Der RTX Spark ist Nvidias Versuch, für Windows das zu erreichen, was Apple für den Mac gelang: CPU, GPU und einen KI-Beschleuniger auf einem einzigen Superchip zu vereinen. Er basiert auf dem GB10 Grace Blackwell, der bereits in der DGX-Spark-Workstation zum Einsatz kam, steckt nun aber in Alltags-Laptops. Im Inneren arbeiten ein ARM-Prozessor (entwickelt mit MediaTek), eine Blackwell-RTX-Grafikeinheit und ein KI-Block. TSMC fertigt den gesamten Chip im 3-nm-Verfahren, angeblich mit 70 Milliarden Transistoren.

Die Spezifikationen klingen auf dem Papier nach einem dominanten Anspruch: Bis zu 20 CPU-Kerne, bis zu 6144 CUDA-Kerne auf einer Blackwell-GPU, bis zu 128 GB Unified Memory und über 1 Petaflop FP4-Leistung für das lokale Ausführen großer KI-Modelle. CPU und GPU sind über NVLink-C2C mit bis zu 600 GB/s angebunden. Nvidia erwartet die ersten RTX-Spark-Geräte im Herbst 2026 von namhaften Herstellern wie ASUS, Dell, HP, Lenovo und sogar aus der Microsoft-Surface-Reihe.

Snapdragon X2 Elite Extreme: Starke CPU und ausgereifte Plattform hier und jetzt

Qualcomm stellte den Snapdragon X2 im September 2025 vor, und das Flaggschiff der Serie ist die X2 Elite Extreme. Sie setzt ganz auf reine CPU-Leistung: 18 Oryon-Kerne, davon 12 Prime-Kerne mit bis zu 5 GHz (alle Kerne halten 4,4 GHz) und sechs Performance-Kerne mit bis zu 3,6 GHz. Der Gesamtcache beträgt 53 MB.

Bei der KI gibt die NPU mit 80 TOPS an. In Qualcomms eigenen Tests auf dem Snapdragon Summit lag der Chip auf Augenhöhe mit Apples M4 Pro: In Cinebench 2024 und Geekbench 6.3 Multi-Core erzielte er 1964 bzw. 23.693 Punkte. Zudem unterstützt er bis zu 48 GB LPDDR5x auf einem 192-Bit-Bus, PCIe 5.0 für Speicher und bis zu drei USB4-Anschlüsse. Die ersten Laptops mit dem X2 Elite Extreme kamen in der ersten Jahreshälfte 2026 auf den Markt.

Die große Frage: Grafik, Kompatibilität und der Preis des Wartens

Qualcomms Schwachstelle ist die GPU. Im anspruchsvollen 3DMark Steel Nomad erreicht die X2 Elite Extreme 1306 Punkte bei 13 fps, während der Apple M4 Pro rund 1620 Punkte schafft. Das deutet an, dass die Grafikverbesserung hinter den CPU-Gewinnen zurückbleibt. Hinzu kommen Kompatibilitätsprobleme: Unter Windows-on-ARM-Emulation laufen manche professionelle Software nicht, und einige Spiele stürzen ab oder zeigen Artefakte. Genau hier liegt Nvidias Stärke: Der RTX Spark verspricht über 100 TOPS für lokale KI, DLSS 4.5 auf Blackwell-Grafik und vor allem CUDA – das Ökosystem, das seit Jahren die meisten KI-Frameworks und GPU-lastigen Anwendungen untermauert.

Die Wahl im Jahr 2026 ist dennoch pragmatisch. Der Snapdragon X2 ist bereits erhältlich, und wer jetzt ein ARM-basiertes Windows-Notebook braucht, macht damit einen guten Griff – vor allem für den Alltag. Der RTX Spark hingegen ist eine Option für alle, die bis Ende 2026 warten können und Wert auf starke Grafik und KI legen – allerdings zu einem voraussichtlichen Einstiegspreis von rund 1.800 Dollar.

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