Danny Weber
Hideo Kojima zur Rolle der KI: Er sieht sie als nützliches Werkzeug, betont aber die unersetzliche menschliche Kreativität. Lesen Sie das Interview.
Hideo Kojima hat sich nach der umstrittenen Prada Satellites II Ausstellung zur Rolle der künstlichen Intelligenz in der kreativen Arbeit geäußert. Die italienische Modemarke hatte einen Kurzfilm gezeigt, in dem eine digital erzeugte Version von Kojima zu sehen war – was bei Teilen seiner Fangemeinde für Kritik sorgte.
In einem Interview erklärte Kojima, Kunst und Leben seien untrennbar. Er wisse nicht, wie die Welt in 50 oder 100 Jahren aussehen werde, und räume ein, dass KI eines Tages in der Lage sein könnte, Kunst zu schaffen. Allerdings bezweifle er, das noch zu erleben, und die Vorstellung interessiere ihn nicht sonderlich.
Seine Haltung gegenüber generativer KI ist differenziert. Einerseits betont er die Bedeutung der Technologie und möchte der Zukunft lieber einen Schritt voraus sein, indem er sie gemeinsam mit KI gestalte. Gegenüber Wired Japan bezeichnete er KI sogar als Freund und hob hervor, dass solche Werkzeuge die Kreativität fördern, nicht ersetzen sollten.
Andererseits zieht Kojima eine klare Grenze zwischen KI als Hilfsmittel und dem eigentlichen Schaffensprozess. Im Gespräch mit der Washington Post verglich er KI mit einem Hausmeister – einem praktischen Assistenten für lästige Alltagsaufgaben. Doch er besteht darauf, dass ein Mensch im Raum sein müsse, in dem Kunst entsteht.
Diese Sichtweise verdeutlicht einen grundlegenden Konflikt in der heutigen Kreativbranche. KI wird bereits für Bilder, Videos, Drehbuchentwürfe und Produktionsarbeiten genutzt, doch Fragen nach Autorschaft, Seele und menschlicher Erfahrung bleiben offen. Für Kojima, dessen Spiele von persönlichen Themen, filmischem Erzählen und auteurhafter Kontrolle geprägt sind, mag KI ein Werkzeug sein – aber niemals ein Ersatz für den Künstler.
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