Smartphone-Markt: DRAM-Krise trifft Xiaomi hart, Apple profitiert

Danny Weber

DRAM und NAND Preiskrise: Xiaomi reduziert Produktion um 38%, Apple steigert um 20%. TrendForce prognostiziert einen polarisierten Smartphone-Markt 2026.

Die Krise auf dem Markt für DRAM- und NAND-Flash-Speicher verschiebt das Kräfteverhältnis unter den Smartphone-Herstellern spürbar. Laut TrendForce hat Xiaomi im ersten Quartal 2026 die Produktion um fast 40 Prozent gedrosselt, während Apple die iPhone-Fertigung aufgrund der starken Nachfrage nach der iPhone-17-Serie deutlich ausweiten konnte.

Die Preise für DRAM und NAND sind seit Herbst 2025 rasant gestiegen. Ursache ist die hohe Nachfrage von Unternehmen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten, darunter große Akteure wie OpenAI. Dieser Druck lastet nicht nur auf den Komponentenkäufern, sondern auch auf den Herstellern von Laptops, Desktops und Smartphones. Sie müssen entweder die Preise erhöhen oder ihre Produktionsmengen überdenken.

Insgesamt wurden im ersten Quartal 284 Millionen Smartphones produziert, ein Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. TrendForce weist darauf hin, dass sich die Speicherkrise noch mit Verzögerung auswirkt: Viele Hersteller greifen auf ältere DRAM-Bestände zurück, und die Furcht vor weiter steigenden Preisen hat die Nachfrage sogar angeheizt. Für das Gesamtjahr rechnen Analysten jedoch mit einem deutlich stärkeren Produktionsrückgang von 16,2 Prozent auf 1,051 Milliarden Geräte.

Am stärksten trifft es die Hersteller günstigerer Smartphones. Laut TrendForce hat Xiaomi 38 Prozent weniger Geräte produziert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei vivo fiel der Rückgang mit rund acht Prozent milder aus. Besonders schmerzhaft sind die steigenden Speicherkosten für Unternehmen, die in Segmenten mit niedrigeren Durchschnittspreisen agieren. Sie können diese Kosten nur schwer an die Kunden weitergeben, ohne an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

Hersteller teurerer Geräte zeigen sich zuversichtlicher. Samsung steigerte die Smartphone-Produktion um zwei Prozent, Apple sogar um satte 20 Prozent. Das Wachstum von Apple ist auf die Beliebtheit der iPhone-17-Serie zurückzuführen, die es dem Konzern erlaubte, die Produktion trotz höherer Komponentenpreise auszuweiten.

Sollte sich die Prognose von TrendForce als zutreffend erweisen, könnte der Smartphone-Markt 2026 noch stärker polarisiert sein. Marken mit High-End-Modellen und guten Margen haben mehr Spielraum, während Massenmarkthersteller vor der Wahl stehen, die Produktion zu drosseln, die Preise anzuheben oder geringere Gewinne in Kauf zu nehmen.

© A. Krivonosov