SK Hynix gegen Samsung: KI-Speicher verschiebt Koreas Börsenrangliste

Danny Weber

Der HBM-Boom treibt SK Hynix nach einer Berechnung vor Samsung Electronics und macht den Speicherhersteller zum großen Gewinner der KI-Welle.

SK Hynix ist zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Südkoreas geworden und hat Samsung Electronics bei der Marktkapitalisierung überholt. Für den Speicherhersteller ist das eine fast filmreife Wendung: Anfang der 2000er-Jahre steckte das damals noch Hynix Semiconductor genannte Unternehmen tief in Schulden und stand 2002 kurz vor einem Verkauf an Micron.

Der wichtigste Wachstumstreiber ist die Nachfrage nach HBM-Speicher, ohne den moderne KI-Systeme kaum vorstellbar sind. Vor dem Hintergrund des Booms bei künstlicher Intelligenz sind die Aktien von SK Hynix seit Jahresbeginn um mehr als 340 % gestiegen, während das Unternehmen seine Position unter den wichtigsten Anbietern von Hochgeschwindigkeitsspeicher deutlich ausgebaut hat. Die größten Konkurrenten in diesem Markt bleiben Samsung und Micron.

Nach einem weiteren Kursplus von 5,6 % erreichte der Börsenwert von SK Hynix rund 1,35 Billionen US-Dollar und lag damit leicht über dem von Samsung Electronics. Für den koreanischen Markt ist das ein bemerkenswerter Moment: Samsung hatte seit 2000 den ersten Platz unter den Unternehmen des Landes gehalten. Dieser Status kann sich allerdings schnell wieder ändern, weil die Marktkapitalisierung direkt von den Aktienkursen abhängt.

Samsung wies seinerseits darauf hin, dass bei der vollständigen Berechnung des Börsenwerts auch die Vorzugsaktien des Unternehmens berücksichtigt werden müssten. Einschließlich dieser Aktien lag Samsungs Kapitalisierung zum Handelsschluss bei etwa 1,47 Billionen US-Dollar und damit formal weiter über dem Wert von SK Hynix.

Trotzdem zeigt allein die Tatsache, dass SK Hynix so nah an Samsung herangerückt ist und es nach einer Berechnung sogar überholt hat, wie stark der Markt Speicherhersteller im Zuge des Ausbaus der KI-Infrastruktur neu bewertet. Ein Unternehmen, das vor zwei Jahrzehnten noch an einen Rivalen hätte verkauft werden können, ist nun einer der großen Gewinner eines neuen Technologiezyklus.

© E. Vartanyan