Gemini im Auto: Google testet einen Assistenten mit Blick nach vorn

Danny Weber

Gemini soll zeitweise auf eine Autokamera zugreifen und Fragen zu Objekten, Schildern und Orientierungspunkten vor dem Fahrer beantworten können.

Google hat eine experimentelle Gemini-Funktion für Autos gezeigt: Der Assistent könnte vorübergehend auf eine externe Fahrzeugkamera zugreifen und Fragen beantworten, die sich auf das beziehen, was vor dem Fahrer liegt. Vorgeführt wurde die Möglichkeit von Android-Chef Sameer Samat in einem Gespräch mit Logan Kilpatrick, dem Leiter von Google AI Studio.

Die Demo lief in einem Volvo EX60, der noch nicht im Handel ist. Das Auto nutzt Google built-in mit Gemini und scheint nach der Vorführung derzeit das einzige Fahrzeug zu sein, in dem dieses Szenario verfügbar ist. Google sagte nicht, wann die Technik auf andere Modelle kommt oder ob das überhaupt geplant ist.

Die Idee erinnert an den Kameramodus von Gemini Live auf Android-Smartphones, nur dass statt des Telefons die Autokamera zu den Augen des Assistenten wird. Nutzer können Gemini nach einem Gebäude, Objekt oder Schild vor dem Auto fragen, woraufhin das System das Bild auswertet und per Sprache antwortet. Samat betonte zugleich, dass Gemini die Straße nicht dauerhaft analysiert: Die Kamera wird erst nach einer ausdrücklichen Anfrage an den Assistenten und einer konkreten Frage verbunden, danach endet der Zugriff wieder.

Während der Demonstration erkannte Gemini Objekte rund um den Google-Campus in Mountain View. Der Assistent identifizierte lokale Orientierungspunkte wie die Kunstinstallation The Orb, beschrieb Details des Solardachs Gradient Canopy und erklärte die Architekturgeschichte des Shoreline Amphitheatre. Sofort lief das Ganze nicht: Vor dem Kamerazugriff war eine spürbare Pause zu sehen, und auf dem Fahrzeugdisplay erschien kein Sucher wie bei Gemini Live auf dem Smartphone.

Google bezeichnet die Funktion weiterhin als experimentell und sucht nach den besten Einsatzfällen im Alltag. Ein Beispiel ist das Übersetzen und Erklären von Verkehrsschildern in einer fremden Sprache auf Reisen. Sollte die Technik breit starten, könnte Gemini im Auto nicht nur Karten und Navigation nutzen, sondern auch das einbeziehen, was das Fahrzeug tatsächlich vor sich sieht. Preise wurden im Originalmaterial nicht genannt.

© A. Krivonosov