Danny Weber
Opera führt Paste Protect ein: Die Browser-Funktion blockiert verdächtige Befehle, bevor sie in der Zwischenablage landen.
Opera hat seinem Browser eine neue Sicherheitsfunktion namens Paste Protect spendiert, die Nutzer vor Angriffen über die Zwischenablage schützen soll. Das Unternehmen bezeichnet sie als erstes natives Schutzsystem eines großen Browsers gegen ClickFix-Angriffe, eine Masche, die laut Opera im Jahr 2025 bei mehr als der Hälfte der Malware-Download-Attacken eingesetzt wurde.
ClickFix wirkt täuschend simpel. Nutzer landen auf einer Seite mit einer gefälschten Prüfung, etwa einer CAPTCHA, und klicken auf „Ich bin kein Roboter“. In diesem Moment kopiert die Seite einen schädlichen Befehl in die Zwischenablage und zeigt anschließend eine Anleitung, die angeblich zum Abschluss der Prüfung nötig ist: zum Beispiel das Run-Fenster mit Win+R öffnen, den Befehl mit Ctrl+V einfügen und Enter drücken.
Ein solcher Befehl kann den Computer auf eine bestimmte Website schicken, eine Datei herunterladen und sie starten. Schadcode nutzt dabei häufig Befehle wie mshta, versteckt sich hinter überflüssigen Zeichen und kann am Ende einen Infostealer wie Lumma Stealer installieren. Solche Software kann gespeicherte Passwörter, Autofill-Daten, Cookies für automatische Logins und andere sensible Informationen abgreifen.
Paste Protect soll den Angriff stoppen, noch bevor der Befehl überhaupt in der Zwischenablage landet. Die Funktion erkennt schädliche Skripte für Windows, macOS und Linux, blockiert das Kopieren, warnt den Nutzer und markiert die Adressleiste mit einem roten Symbol. Bei Bedarf lassen sich die ersten 120 Zeichen des Befehls anzeigen; außerdem kann eine Website zur sicheren Liste hinzugefügt werden, falls die Warnung falsch war.
Die Funktion ist standardmäßig aktiviert und wird nach und nach für Opera-Nutzer in verschiedenen Regionen freigeschaltet. Verwalten lässt sie sich in den Browser-Einstellungen: Settings, Privacy & Security, Paste Protect.
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