Danny Weber
Honor bereitet den China-Start des Robot Phone vor: ein Smartphone mit motorisierter 200-MP-Kamera, ARRI-Videofunktionen und KI-Tracking.
Honor bereitet den China-Start des Robot Phone im August vor. Nach der Vorführung auf dem MWC 2026 blieb das Smartphone eines der ungewöhnlichsten Konzepte des Jahres, und nun hat Insider Digital Chat Station bestätigt, dass der Release kurz bevorsteht. Ein globaler Termin und der Preis sind noch nicht bekannt, während ein offizieller US-Start angesichts der aktuellen Lage rund um Honor offen bleibt.
Das wichtigste Merkmal des Robot Phone ist eine Kamera auf einem beweglichen mechanischen Arm. Das Modul fährt nicht einfach nur aus dem Gehäuse heraus: Es kann sich neigen, drehen, Objekte verfolgen und auf die Umgebung reagieren. Die Konstruktion nutzt eine Titanlegierung und Honors eigenen Mikromotor, der nach Angaben des Unternehmens 70 % kompakter ist als bestehende Alternativen. Ein Teil der Technik stammt aus Honors Foldable-Scharnieren, wurde hier aber auf die Größe einer robotischen Einheit in einem normalen Smartphone geschrumpft.
Im beweglichen Block sitzt ein 200-Megapixel-Sensor. Honor sagt, das Gerät solle bei der Fallfestigkeit den normalen Modellen nicht nachstehen. Bei der Wasserdichtigkeit gibt es jedoch einen wichtigen Vorbehalt: vollen Wasserschutz dürfte es in der ersten Generation nicht geben. Das Unternehmen deutet an, dass diese Aufgabe in späteren Versionen gelöst werden könnte.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Partnerschaft mit ARRI. Das Smartphone soll RAW-Video im Farbprofil ARRI LogC aufnehmen und mit der ARRI-LUT-Pipeline in DaVinci Resolve arbeiten können. Für ein Telefon ist das ein ungewöhnlich ernsthafter Anspruch auf professionelles Color Grading, zumal eine physische Stabilisierung beteiligt ist. Super Steady Video nutzt den Gimbal selbst, ohne starken Beschnitt und ohne das weichere Bild, das elektronische Stabilisierung oft erzeugt. Genannt werden außerdem AI Object Tracking mit Objektverfolgung per Doppeltipp, AI SpinShot mit einer Kameradrehung um 90 oder 180 Grad sowie Agentic Shooting, bei dem das Smartphone den Bildausschnitt selbst wählt.
Das Robot Phone hat auch eine spielerische Seite: Die Kamera kann nicken, den Kopf schütteln, sich „neugierig“ neigen und sich im Takt der Musik bewegen. Das wirkt eindeutig wie ein Trick, macht das Gerät aber gerade deshalb lebendig und einprägsam. Einen Preis nennt der Insider nicht, doch mit Titanmechanik, Spezialmotor, 200-MP-Sensor und ARRI-Partnerschaft dürfte das Smartphone fast sicher teurer werden als die aktuellen Honor-Magic-Flaggschiffe.
© A. Krivonosov