Danny Weber
Das Linux-Projekt nutzt 2,5-Zoll-SSDs, eine SATA-Dockingstation, udev und systemd, um einzelne Steam-Spiele wie von Modulen zu starten.
Der Reddit-Nutzer Jibril-sama hat ein ungewöhnliches PC-System gebaut: Er verwandelte alte 2,5-Zoll-SATA-SSDs in physische „Module“ für Steam-Spiele. Auf jedem Laufwerk ist ein eigenes Spiel installiert, außerdem liegt dort ein Skript, das dessen Steam-Seite öffnet oder den Titel nach dem Anschließen automatisch startet.
Für das Projekt kaufte der Bastler zehn gebrauchte SSDs mit 128 GB für rund 70 Euro, also etwa 7 Euro beziehungsweise 8 US-Dollar pro Stück. Einige Module verwenden außerdem 256-GB-Laufwerke, die er bereits besaß. Die SSDs stecken in eigens entworfenen, 3D-gedruckten Gehäusen mit Aufklebern zu den jeweiligen Spielen.
Als „Steckplatz“ dient eine gewöhnliche SATA-Dockingstation. Nach dem Einsetzen erkennt der PC die SSD als separates Spielelaufwerk. Das Projekt läuft unter Linux: Eine udev-Regel registriert den angeschlossenen Datenträger und startet einen systemd-Dienst, der das passende Skript findet und ausführt.
Das Skript nutzt das Steam-URL-Protokoll, um die Spieleseite zu öffnen oder den Titel sofort zu starten. Da jedes Spiel auf seiner eigenen SSD installiert bleibt, muss die komplette Bibliothek nicht auf dem Systemlaufwerk liegen. Steam kann Updates bei Bedarf weiterhin direkt auf die eingesetzte SSD laden.
Nach Angaben des Entwicklers eignet sich die Lösung vor allem für ältere Spiele, die nur gelegentlich gestartet werden, und weniger für Titel mit ständigen Aktualisierungen. Jibril-sama hat die Dateien für den 3D-Druck und den Code veröffentlicht. Ein Ersatz für gewöhnlichen Steam-Speicher ist das System kaum, doch kleinen SATA-SSDs gibt es eine praktische zweite Aufgabe.
© E. Vartanyan