CXMT hebt Preise für Server-Speicher über Samsung-Niveau

Danny Weber

CXMT setzt bei einigen 64-GB-DDR5-RDIMM-Modulen höhere Preise als Samsung durch. Grund ist die starke Nachfrage aus Cloud- und KI-Rechenzentren.

Der chinesische Speicherhersteller ChangXin Memory Technologies verlangt für einige Server-DRAM-Module inzwischen mehr als Samsung. Laut Reuters kostet ein vergleichbares 64-GB-DDR5-RDIMM-Modul von Samsung rund 1.240 US-Dollar, während CXMT zuletzt noch höhere Preise aufgerufen hat. Den genauen Preis der chinesischen Module nannten die Quellen nicht.

Die Preise steigen, weil die Nachfrage nach Speicher für Server, Cloud-Plattformen und Systeme mit künstlicher Intelligenz stark wächst. Chinesische Anbieter, die früher als günstigere Alternative zu Samsung, SK Hynix und Micron galten, können ihre Kunden nun gezielter auswählen und härtere Lieferbedingungen durchsetzen.

Die Preiserhöhungen treffen auch Huawei, einen wichtigen Partner von CXMT. Insidern zufolge erhöhte der Hersteller über mehrere Monate hinweg die Preise und lehnte einen Rabatt ab, als Huawei um mildere Konditionen bat. Mehrere andere chinesische Technologiekonzerne beschwerten sich ebenfalls bei den Behörden über höhere Preise von CXMT und YMTC und brachten sie mit Verzögerungen bei neuen Geräten in Verbindung.

Gleichzeitig versuchen chinesische Unternehmen, sich Speicherlieferungen für mehrere Jahre zu sichern. CXMT hat große langfristige Verträge mit heimischen Technologiekonzernen abgeschlossen, darunter einen Vertrag mit Tencent im Wert von mehr als 20 Milliarden Yuan, rund 2,94 Milliarden US-Dollar. Die hohe Nachfrage hilft dem Unternehmen, seine Kapazitäten auszubauen und einen Börsengang vorzubereiten.

CXMT ist inzwischen der viertgrößte DRAM-Hersteller der Welt, liegt beim Produktionsvolumen aber weiterhin deutlich hinter Samsung, SK Hynix und Micron. Die aktuelle Lage zeigt, dass mehr chinesische Produktion die Preise bislang nicht gesenkt hat: Bei knappem Angebot können lokale Chips genauso viel oder sogar mehr kosten als ausländische Konkurrenzprodukte.

© A. Krivonosov