Darknet-Markt: Gestohlene Datenbanken dominieren fast jede zweite Anzeige

Danny Weber

RED Security SOC untersuchte fast 80.000 illegale Angebote. Geleakte Datenbanken lagen mit 47 % klar vor gehackten Konten und Schadsoftware.

Der Verkauf geleakter Datenbanken war die größte Kategorie auf den untersuchten Darknet-Marktplätzen und Foren. Zu diesem Ergebnis kam RED Security SOC nach der Analyse von fast 80.000 Anzeigen für illegale Dienste und digitale Waren.

Laut der Studie entfielen 47 % aller untersuchten Beiträge auf Datenbanken mit gestohlenen Informationen. Weitere 18 % betrafen gehackte Konten, 14 % den Vertrieb von Schadsoftware. Etwa jedes zehnte Angebot drehte sich um Finanzbetrug, darunter Carding und Dokumente zur Beantragung von Bankprodukten.

Im Malware-Segment entfielen 58 % der Angebote auf Ransomware, Infostealer, Loader und Fernzugriffstrojaner. Die übrigen 42 % betrafen Krypto-Wallet-Drainer, die digitale Vermögenswerte stehlen. RED Security SOC führt ihre Verbreitung auf vergleichsweise niedrige Preise und geringe Einstiegshürden zurück.

Zugänge zu Unternehmensinfrastrukturen, Zero-Day-Exploits und Auftrags-Hacks tauchten deutlich seltener auf und machten jeweils rund 1 % aus. Trotz des kleinen Anteils zählten die Analysten seit Jahresbeginn mehr als tausend neue Beiträge in diesen Bereichen.

Die höchste Verkäuferaktivität gab es im ersten Quartal 2026 mit mehr als 42.000 neuen Anzeigen. Im zweiten Quartal sank die Zahl um etwa 23 % auf etwas mehr als 32.000. RED Security SOC vermutet dahinter sowohl die Sperrung illegaler Ressourcen als auch den Wechsel in geschlossenere Kanäle.

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