Danny Weber
Immersive Navigation macht störende Gebäude transparent, erweitert vor schwierigen Manövern die Ansicht und erklärt alternative Routen.
Hohe Gebäude in Google Maps sollen komplizierte Autobahnkreuze oder die richtige Ausfahrt künftig nicht mehr verdecken. Im neuen Modus Immersive Navigation werden Objekte vor wichtigen Manövern transparent, während die Karte den Streckenabschnitt frühzeitig weiter herauszoomt. So bleibt mehr Zeit zum Einordnen, statt erst im letzten Moment auf einen Hinweis zu reagieren.
Google bezeichnet Immersive Navigation als das größte Update der Google-Maps-Navigation seit mehr als zehn Jahren. Die Karte stellt Gebäude, Überführungen und Gelände in 3D dar und kann beim Annähern an eine Abzweigung Fahrspuren, Ampeln, Fußgängerüberwege und Stoppschilder hervorheben. Gemini-Modelle analysieren dafür Street-View-Aufnahmen und Luftbilder.
Dabei handelt es sich nicht nur um den bisherigen Schalter für 3D-Gebäude. Google Maps konnte dreidimensionale Objekte entlang einer Route bereits anzeigen, doch Immersive Navigation ergänzt Smart-Zoom, transparente Sichthindernisse und deutlichere Hinweise vor Manövern.
Die Navigation erklärt außerdem die Unterschiede zwischen Alternativrouten. Eine schnellere Variante kann über eine Mautstraße führen, während eine längere Route dichten Verkehr umgeht. Vor der Abfahrt lässt sich die Umgebung des Ziels per Street View prüfen; bei der Ankunft zeigt die App den Eingang, nahe Parkmöglichkeiten und die richtige Straßenseite.
Die Einführung hat in den USA begonnen. In den folgenden Monaten will Google die Funktion auf kompatible Android- und iOS-Geräte, Apple CarPlay, Android Auto sowie Fahrzeuge mit Google built-in ausweiten. Daher können identische App-Versionen auf zwei Smartphones oder Infotainmentsystemen vorübergehend unterschiedlich aussehen.
Parallel entwickelt Google den Sprachassistenten Gemini weiter. In Android Auto ermöglicht er bereits Gespräche in natürlicher Sprache, Rückfragen zur Route und die Suche nach Zielen entlang der Strecke. In Fahrzeugen mit Google built-in kann der Assistent Informationen zur Ausstattung eines bestimmten Modells nutzen, etwa Kontrollleuchten erkennen oder einschätzen, ob ein großer Gegenstand in den Kofferraum passt. Das ist ein eigenständiger Bereich, auch wenn Gemini-Technik zugleich beim Aufbau der 3D-Karte hilft.
Die neue Darstellung ersetzt weder Verkehrszeichen noch Fahrbahnmarkierungen: Genauigkeit und Verfügbarkeit hängen von Region, Fahrzeug und Funktionsunterstützung ab. Der wichtigste Vorteil ist der frühere Blick auf komplizierte Kreuzungen, damit ein Spurwechsel rechtzeitig vorbereitet werden kann.
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