Danny Weber
13:51 28-08-2025
© A. Krivonosov
Surya, das offene KI-Modell von IBM und NASA, analysiert SDO-Daten und sagt Sonnenaktivität bis zu 2 Stunden voraus – 16% genauer. Schutz für GPS, Stromnetze.
IBM hat gemeinsam mit der NASA Surya vorgestellt – ein offenes KI-Modell, dessen Name im Sanskrit „Sonne“ bedeutet. Erstmals können Forschende hochpräzise Aufzeichnungen der Sonnenaktivität auswerten und abschätzen, wie sich diese auf die Erde und raumgestützte Technologien auswirken könnten. Das Ziel ist klar praxisorientiert: kritische Systeme wie GPS-Navigation, Stromnetze und Telekommunikation besser vor den Folgen von Sonnenstürmen zu schützen.
Sonneneruptionen und koronale Massenauswürfe können Satelliten lahmlegen, die Navigation in der Luftfahrt stören, Stromausfälle auslösen und Astronautinnen und Astronauten gefährden. Bislang stützten sich Vorhersagen stark auf lokale Beobachtungen. Surya verschiebt diese Grenze: Das Modell wurde mit dem größten Datensatz seiner Art trainiert – neun Jahren Bildmaterial vom Solar Dynamics Observatory der NASA. Die Aufnahmen sind zehnmal größer als gängige Datensätze, weshalb eigens zugeschnittene Verarbeitungsverfahren nötig waren.
Tests zeigen eine um 16 Prozent höhere Genauigkeit bei der Klassifizierung von Eruptionen gegenüber früheren Ansätzen. Ebenso wichtig: Erstmals kann das Modell hochauflösende Vorhersage-Visualisierungen liefern, die bis zu zwei Stunden im Voraus darauf hinweisen, wo ein Ausbruch wahrscheinlich ist. Zwei Stunden klingen nicht nach viel, doch in Abläufen mit engen Spielräumen kann genau dieses Zeitfenster den Ausschlag geben.