MediaTek stellt um: von Mobile-SoCs zu KI-Beschleunigern und Automotive-Chips
MediaTek wechselt von Mobile-SoCs zu KI-ASICs. Kooperation mit Google bei TPU v7, SerDes 224 Gbit/s geplant. Dimensity bleibt mit TSMC 2 nm im Rennen.
MediaTek wechselt von Mobile-SoCs zu KI-ASICs. Kooperation mit Google bei TPU v7, SerDes 224 Gbit/s geplant. Dimensity bleibt mit TSMC 2 nm im Rennen.
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MediaTek könnte seine Produktprioritäten neu ordnen und den Schwerpunkt von Mobilprozessoren auf spezialisierte KI-Beschleuniger verlagern. Laut dem taiwanischen Medium CTEE hat das Unternehmen begonnen, Ressourcen und Personal von der Mobile-SoC-Sparte in Richtung AI-ASICs und Automobilchips umzuschichten—Märkte mit starkem Wachstumspotenzial und geringerem Wettbewerbsdruck.
Der Kurswechsel zeigt sich bereits in der Zusammenarbeit mit Google. MediaTek war an der Entwicklung der TPU v7 Ironwood beteiligt und übernahm die I/O-Module—ein Bruch mit Googles bisheriger Praxis, fast ausschließlich mit Broadcom zu arbeiten. Die Partnerschaft soll vertieft werden: Die Serienfertigung der neuen TPU ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, die Stückzahlen könnten 2027 5 Millionen Chips und 2028 7 Millionen erreichen.
Um diese Größenordnung zu stemmen, baut MediaTek die Fertigung aus und stellt ein eigenes Team für das ASIC-Geschäft auf. Als Vorsprung nennt das Unternehmen seine hauseigene SerDes-Technologie, die schnelle und energieeffiziente Verbindungen zwischen Prozessoren und Speicher ermöglicht. Bereits im Einsatz ist eine 112-Gbit/s-SerDes-Lösung im 4-nm-Prozess; eine Variante mit 224 Gbit/s befindet sich in Entwicklung und zielt auf Rechenzentren sowie fortgeschrittenes Chip-Packaging.
Für 2026 rechnet MediaTek bei ASICs mit rund 1 Milliarde US-Dollar Umsatz und peilt 2027 Erlöse im mehrstelligen Milliardenbereich an. Neben Google sucht das Unternehmen weitere Partner. In der Branche gilt dies als strukturelle Neuausrichtung des Geschäftsmodells, bei der KI zum zentralen Wachstumstreiber wird.
Gleichzeitig bleibt die Dimensity-Reihe vorerst wettbewerbsfähig—zumal künftige Flaggschiffe auf TSMCs 2-nm-Prozess umstellen sollen. Die Umlenkung von Ressourcen wirft jedoch die naheliegende Frage auf, wie lange MediaTek die Entwicklung mobiler Chips auf Hochgeschwindigkeit halten kann, während Apple und Qualcomm das Tempo setzen. Die Antwort darauf wird zeigen, ob der Strategiewechsel als kluger Vorgriff oder als riskante Wette in die Firmengeschichte eingeht.