DRAM- und NAND-Engpässe könnten bis 2030 anhalten

Der CEO von Phison, K.S. Pua, warnt vor den langfristigen Folgen von Engpässen bei DRAM- und NAND-Speichern. Seiner Einschätzung nach könnte das Defizit mindestens bis 2030 anhalten. Er beschreibt die Branche als im strukturellen Wandel begriffen – eine Entwicklung, die den Elektronikmarkt radikal verändern und einige Konsumentenmarken effektiv verdrängen könnte.

In einem Interview mit chinesischen Medien erklärte der Phison-Chef, dass die Produktionskapazitäten bereits unter Bedingungen zugeteilt werden, die für die Branche früher undenkbar gewesen wären. Kunden werden aufgefordert, drei Jahre im Voraus Vorauszahlungen zu leisten, um ihren Zugang zu Volumen zu sichern. Interne Bewertungen der Halbleiterfabriken deuten darauf hin, dass der Engpass bis zum Ende des Jahrzehnts andauern könnte, im schlimmsten Fall sogar noch länger. Diese Situation wird durch die explosionsartige Nachfrage aus dem Bereich KI-Infrastruktur und Rechenzentren angetrieben.

Pua prognostiziert, dass bis 2026 viele Hersteller von Unterhaltungselektronik gezwungen sein werden, Produktlinien einzustellen, weil sie keine Speicherbausteine mehr beschaffen können. In der zweiten Hälfte des Jahres 2026, so seine Überzeugung, könnte eine beträchtliche Zahl von Niedrigmargen-Marken vom Markt verschwinden, womit preisgünstige Geräte praktisch vom Markt verschwinden würden. Dies würde ein temporäres Vakuum schaffen, das erst nach einer Stabilisierung des Angebots wieder gefüllt werden kann.

Zusätzlichen Druck auf den Markt wird die nächste Generation von KI-Plattformen bringen, einschließlich der NVIDIA-Rubin-Infrastruktur. Nach der Schätzung des Phison-CEO könnte dieses Ökosystem allein über 20 Prozent der globalen NAND-Produktion beanspruchen. Die Unternehmensnachfrage, die in Prognosen oft noch nicht vollständig berücksichtigt wird, dürfte zudem beschleunigt wachsen. In der Folge könnte die Branche einen Winter für Konsumgüter erleben, in dem die Einführung von Geräten für den Einzelhandel aufgrund von Komponentenknappheit verzögert wird.