Gaming-PC in einem echten Heizkörper: Modder bauen ungewöhnliches System

Die Modder von Billet Labs haben einen der ungewöhnlichsten Gaming-PCs der letzten Zeit vorgestellt – ein System, das in einem echten Gusseisen-Heizkörper untergebracht ist. Die finale Version des Projekts ist nun fertiggestellt, und die Entwickler haben Fotos des Geräts geteilt. Dabei fällt das beeindruckende Gesamtgewicht von 99 Kilogramm ins Auge. In diesem Build dient der Heizkörper nicht nur als Dekoration, sondern fungiert als vollwertiger Wärmetauscher für ein individuelles Flüssigkühlsystem.

In diesem unkonventionellen Gehäuse steckt moderne Hardware: ein Ryzen 7 9800X3D-Prozessor, eine GeForce RTX 5080 Grafikkarte und 32 GB Arbeitsspeicher. Das gesamte System wird von einem Flüssigkeitskreislauf mit einem Fassungsvermögen von etwa 18 Litern gekühlt, was deutlich mehr ist als bei typischen PC-Wasserkühlungen. Laut Projektleiter hat der Bau etwa drei Monate in Anspruch genommen, meist in ganztägigen Sessions. Ohne Film- und Dokumentationsaufnahmen hätte die Montage selbst in etwa einem Monat erledigt werden können.

Besonderes Augenmerk lag auf der Haltbarkeit: Dem Kreislauf wurde ein Korrosionsinhibitor hinzugefügt, nachdem Nutzer Bedenken bezüglich der Verwendung von Gusseisen in einem System mit Kühlflüssigkeit geäußert hatten. Temperaturtests wurden durchgeführt, bis ein thermisches Gleichgewicht erreicht war, was laut Billet Labs zwischen 60 und 90 Minuten dauerte. Selbst bei komplett ausgeschalteten Lüftern stabilisierte sich die Kühlflüssigkeit in Spider-Man 2 bei 26°C und in Cyberpunk 2077 bei 29°C, bei einer Umgebungstemperatur von 16–17°C.

Auch die durchschnittlichen Komponententemperaturen blieben moderat: In Spider-Man 2 erwärmte sich die CPU auf 60°C und die GPU auf 65°C, während in Cyberpunk 2077 die Werte bei 68°C beziehungsweise 69°C lagen. Der Gesamtstromverbrauch des Systems erreichte im ersten Fall 352 W und im zweiten 398 W, wobei die Last zwischen CPU und GPU verteilt war.

Zusätzlich wurde ein kombinierter Stresstest mit Cinebench und FurMark durchgeführt, bei dem die Lüfter mit 10 % und die Pumpe mit 100 % liefen. Unter diesen Bedingungen lag die Temperatur der Kühlflüssigkeit bei 29,25°C, und die Differenz zur Umgebungsluft betrug 13,25°C. Beim Aufheizen sank der Gesamtstromverbrauch von 520 W auf 447 W, was die Entwickler auf eine Reduzierung des GPU-Overclockings und einen leichten Leistungsabfall der CPU zurückführten.

Aus ingenieurtechnischer Sicht ist das Projekt beeindruckend, doch seine Praxistauglichkeit bleibt fraglich. Nicht jeder Schreibtisch trägt einen Gaming-PC mit fast 100 kg Gewicht, und der Computer heizt einen Raum genauso effektiv wie ein herkömmlicher Heizkörper. In kälteren Monaten könnte dieser „PC-Heizkörper“ jedoch kein Nachteil, sondern ein unerwarteter Bonus sein.