Wie schnell Hacker gestohlene Passwörter nutzen

Der russische Dienst für Datenleck-Intelligence und Darknet-Überwachung DLBI hat untersucht, wie schnell Cyberkriminelle gestohlene Login-Daten nutzen. Die Analyse zeigt, dass zwischen dem Auftauchen solcher Informationen im offenen Netz und ihrer praktischen Anwendung zum Hacken von Konten nur wenig Zeit vergeht.

Experten zufolge werden geleakte Login-Passwort-Paare durchschnittlich schon sieben Tage nach einem Leck in automatisierten Angriffen verwendet. Bei Zugangsdaten, die mit Unternehmensinfrastruktur verknüpft sind – etwa Domänen von Firmen oder Behörden – beginnen Hacking-Versuche sogar noch schneller, nach rund drei Tagen.

Dieser Unterschied ergibt sich aus dem hohen Wert von Unternehmenszugängen. Solche Daten werden meist direkt von Ransomware-Betreibern zu höheren Preisen gekauft, ohne Umweg über Darknet-Foren oder Telegram-Kanäle. Der erworbene Zugriff wird dann fast sofort genutzt, um interne Netzwerke von Organisationen anzugreifen.

Zu den Verkäufern geleakter Daten gehören nicht nur Hacker von Online-Diensten, sondern auch Betreiber schädlicher Stealer-Programme. Diese Stealer entwenden gespeicherte Passwörter und Session-Cookies direkt von den Computern der Nutzer, und der Anteil solcher Leck-Quellen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.

DLBI-Gründer Ashot Oganesyan betonte, dass Nutzer die Wiederverwendung von Passwörtern vermeiden sollten, insbesondere nicht dieselben Kombinationen für berufliche und private Dienste nutzen dürfen. Er fügte hinzu, dass externe Passwort-Manager, die einen höheren Schutz als browserinterne bieten, und die Nutzung von Antivirensoftware ebenfalls hilfreich sind. Für IT-Abteilungen in Unternehmen riet er, die Zwei-Faktor-Authentifizierung so weit wie möglich einzusetzen und automatisierte Dienste zur Überprüfung von Passwort-Kompromittierungen zu nutzen, da die Geschwindigkeit, mit der Hacker Passwort-Leaks verarbeiten, voraussichtlich zunehmen wird.