LeakBase: Cyberkriminellen-Plattform durch internationale Aktion abgeschaltet

US-Strafverfolgungsbehörden, Europol und mehrere andere Länder haben eine groß angelegte Aktion gegen die Cyberkriminellen-Plattform LeakBase durchgeführt. Dabei handelt es sich um eines der größten englischsprachigen Foren, das mit dem Handel gestohlener Daten und Schadsoftware in Verbindung steht. Die koordinierten Maßnahmen führten zur Beschlagnahmung der Website und zur Abschaltung ihrer Infrastruktur. Auf der Hauptseite der Plattform ist nun ein Hinweis auf die Beschlagnahmung zu sehen.

Laut dem US-Justizministerium umfasste die Datenbank des Forums etwa 142.000 registrierte Nutzer und über 215.000 Nachrichten. Während der Operation erhielten die Behörden Zugang zu Benutzerkonten, privaten Nachrichten, IP-Protokollen und Zahlungsinformationen. Berichten zufolge verteilte die Plattform Daten aus größeren Cyberangriffen, darunter Hunderte Millionen Kontozugangsdaten, Kreditkartennummern und vertrauliche Unternehmensinformationen.

Die Aktion fand am 3. und 4. März statt und wurde von Europols Hauptsitz in Den Haag aus koordiniert. Neben der Serverbeschlagnahmung wurden Festnahmen, Durchsuchungen und präventive Besuche bei Verdächtigen durchgeführt. Insgesamt führten die Strafverfolgungsbehörden etwa 100 Verfahrenshandlungen gegen 37 der aktivsten Nutzer der Plattform durch. Beteiligt waren die USA, acht EU-Länder sowie Australien, Kanada, Malaysia, das Vereinigte Königreich und Kosovo.

Experten weisen darauf hin, dass der Schaden durch Cyberkriminalität weiter steigt und jährlich auf schätzungsweise 10,5 Billionen US-Dollar anwachsen könnte. Würde man Cyberkriminalität als eigenständige Wirtschaft behandeln, würde sie nach BIP weltweit den dritten Platz einnehmen. Trotz verstärkter internationaler Zusammenarbeit bleibt die Bekämpfung digitaler Kriminalität eine komplexe Herausforderung, insbesondere angesichts des Wachstums automatisierter Angriffe mithilfe künstlicher Intelligenz.