Nintendo verklagt USA wegen unrechtmäßiger Zölle auf Konsolen
Nintendo of America wehrt sich gegen US-Zölle auf Importe, die Preise für Switch-Konsolen erhöhen. Erfahren Sie über die Klage und Folgen für Verbraucher.
Nintendo of America wehrt sich gegen US-Zölle auf Importe, die Preise für Switch-Konsolen erhöhen. Erfahren Sie über die Klage und Folgen für Verbraucher.
© whitehouse.gov
Nintendo of America hat beim US-Handelsgericht Klage eingereicht. Das Unternehmen wehrt sich damit gegen Zölle, die seit Februar 2025 auf Basis von Exekutivanordnungen von Präsident Donald Trump erhoben wurden. Die Klage fordert die Rückerstattung der gezahlten Abgaben inklusive Zinsen sowie die Übernahme der Gerichtskosten. Als Begründung führt Nintendo an, die Maßnahmen seien unrechtmäßig auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act von 1977 umgesetzt worden.
Der Oberste Gerichtshof hatte bereits entschieden, dass dieses Gesetz dem Präsidenten keine Befugnis zur Einführung solcher Zölle verleiht. Das Gericht ordnete die Rückzahlung der eingezogenen Gelder an. Die US-Zollbehörde erklärte jedoch, dieser Aufforderung nicht nachkommen zu können. Nintendo schließt sich damit mehr als tausend weiteren Unternehmen an, die ebenfalls auf Rückerstattung klagen. Nach Schätzungen der Kläger wurden seit Februar 2025 über 200 Milliarden Dollar an Importzöllen eingezogen.
Die Klage bezieht sich auf zehn Exekutivanordnungen, die Waren aus Kanada, Mexiko, China, Brasilien und Indien betreffen. Die Zölle auf chinesische Produkte waren zunächst von 10 Prozent auf 125 Prozent hochgeschnellt, bevor sie auf 34 Prozent gesenkt wurden. Da Nintendo seine Konsolen und Zubehörteile in China und Vietnam produziert, trafen die neuen Abgaben das Unternehmen direkt.
In der Praxis führte dies bereits zu konkreten Maßnahmen: Nintendo verschob die Vorbestellungen für die Switch 2 und erhöhte die Preise für Zubehör. Später wurde die gesamte Switch-Produktpalette in den USA teurer, nachdem ein 20-prozentiger Zoll auf vietnamesische Waren in Kraft trat. Ein separater globaler Zoll von 15 Prozent ist Gegenstand eines anderen Rechtsstreits. Wie sich die Handelspolitik weiter auf Nintendos Preispolitik auswirken wird, bleibt damit eine offene Frage.