Yamaha Tricity 300: Neuer Roller mit Airbag für verbesserte Sicherheit

Yamaha hat offiziell den Tricity 300 für das Modelljahr 2026 vorgestellt. Damit präsentiert der Hersteller den weltweit ersten Serienroller mit fest verbautem Airbag. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Motorradsicherheitstechnik – ein Bereich, der traditionell hinter der Automobilindustrie zurücklag.

Das System wurde in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Zulieferer Autoliv entwickelt. Anders als frühere Lösungen für herkömmliche Motorräder handelt es sich nicht einfach um eine Adaption eines Auto-Airbags. Kernstück ist ein G-Sensor, der die Verzögerung in Echtzeit überwacht. Bestätigen die Messwerte einen Frontalaufprall, entfaltet sich der Airbag blitzschnell unter der Lenkerverkleidung. Das System kann einen echten Frontalcrash von Rutschern, einer Vollbremsung oder einem Sturz im Stand unterscheiden, was Fehlauslösungen verhindert.

Diese Entwicklung ist eine Reaktion auf Unfallstatistiken. Honda-Forschungen zufolge sind bis zu 68 Prozent der schweren Motorradunfälle Frontalzusammenstöße. Tests von Autoliv zeigten, dass bei einem Aufprall mit etwa 50 km/h der sogenannte Head Injury Criterion (HIC) ohne Airbag auf 6794 anstieg. Mit aktiviertem System sank der Wert auf 118 – deutlich unter der gefährlichen Schwelle von 500.

Abseits des innovativen Sicherheitssystems bleibt der Tricity 300 ein vollwertiger Stadtscooter. Das Modell bringt etwa 242 Kilogramm auf die Waage und ist mit einem 292 cm³ großen Einzylinder Blue-Core-Motor ausgestattet, der 27,6 PS leistet. Der Antriebsstrang kombiniert ein stufenloses CVT-Getriebe mit einem Riemenantrieb. Das Ergebnis ist ein komfortables und leicht zu handhabendes Fahrerlebnis.