Android 17: Alle Neuerungen und Beta-Infos

Google beschleunigt den Entwicklungszyklus von Android – Android 17 befindet sich bereits in aktiver Testphase. Das Unternehmen hat zwei öffentliche Betas veröffentlicht, die zahlreiche Neuerungen in den Bereichen Multitasking, Datenschutz, Video und Audio offenbaren. Während neue Android-Versionen üblicherweise im Herbst erscheinen, wird die stabile Version nun für Juni 2026 erwartet.

Intern trägt Android 17 den Codenamen Cinnamon Bun. Obwohl Google nach Android 10 offiziell auf Dessertnamen verzichtet hat, hält sich die Tradition unter Entwicklern weiterhin.

Erweiterte Bubbles für alle Apps

Die Bubbles-Funktion gibt es zwar schon seit Jahren, war aber auf Messenger-Benachrichtigungen beschränkt. In Android 17 erweitert Google die Möglichkeiten: Schwebefenster lassen sich nun für jede App nutzen.

Beta 2 enthält eine neue Implementierung, mit der Nutzer mehrere Apps als Bubbles starten können, ohne den Vollbildmodus zu verlassen. Zur Aktivierung genügt es, ein App-Symbol gedrückt zu halten und „Bubble“ auszuwählen. Auf größeren Bildschirmen erleichtert ein dediziertes Panel zur Fensterverwaltung das Multitasking spürbar.

Neuer System-Kontaktauswahl

Android 17 bietet eine aktualisierte System-Kontaktauswahl mit verbessertem Datenschutz. Nutzer können Apps nun Zugriff nur auf bestimmte Kontakte und ausgewählte Datenfelder gewähren.

Der Zugriff ist temporär und gilt nur für die aktuelle Sitzung. Danach muss die App erneut eine Berechtigung anfordern. Apps können Änderungen an Kontakten nach Sitzungsende nicht nachverfolgen. Die Auswahl unterstützt sowohl persönliche als auch geschäftliche Profile auf dem Gerät.

Task Continuity und Handoff-API

Eine der meist erwarteten Neuerungen dürfte Task Continuity sein. Diese Funktion ermöglicht es, eine App auf einem anderen Android-Gerät fortzusetzen. Android 17 enthält eine neue Handoff-API, mit der Entwickler App-Zustände zwischen Geräten übertragen können. Wenn ein Nutzer eine App auf einem Gerät verwendet, fordert ein anderes Gerät ihn auf, am selben Punkt weiterzumachen. Das System zeigt einen relevanten Hinweis an und startet die Zustandsübertragung nach Auswahl. Dieser Schritt stärkt die Integration des Android-Ökosystems.

Aktualisierte Datenschutzindikatoren

Google hat die visuellen Indikatoren für Kamera-, Mikrofon- und Standortzugriff überarbeitet. Statt eines einzigen grünen Ovals kommen nun separate farbige Kreise zum Einsatz. Der Standortindikator ist beispielsweise blau. Dadurch werden Benachrichtigungen über den Zugriff auf sensible Daten besser sichtbar und unterscheidbar.

EyeDropper und neue APIs

Android 17 Beta 2 führt das EyeDropper-Tool ein – eine Systemfunktion zur Auswahl der Farbe eines beliebigen Pixels auf dem Bildschirm. Apps können nun präzise Farbwerte erhalten, ohne Bildschirmaufnahmeberechtigungen anzufordern. Das vereinfacht die Entwicklung von Grafikeditoren und reduziert die App-Größe, da Drittanbieter-Bibliotheken entfallen.

Zudem wurde die CTA-2075-Lautstärkeverwaltungs-API eingeführt. Sie ermöglicht es Apps, die Wiedergabelautstärke automatisch basierend auf Metadaten und Geräteeigenschaften anzupassen. Das sorgt für einheitlichere Audiolevels über verschiedene Dienste hinweg.

Verbesserter OTP-Schutz und Orientierungsbehandlung

Android 17 verstärkt den Schutz für Einmalpasswörter. Apps, die nicht offizielle Nachrichtenempfänger sind, können OTPs erst nach drei Stunden abrufen. Diese Einschränkung gilt für WebOTP, SMS-Retriever-Format und Standard-SMS-Codes.

Das System verbietet Entwicklern zudem dauerhaft, Orientierungsänderungen und App-Skalierung auf Großbildschirmgeräten zu blockieren. Apps müssen sich nun ordnungsgemäß an verschiedene Formfaktoren anpassen, darunter faltbare Smartphones und Tablets.

Unterstützung für neuen VVC-Videocodec

Beta 1 führte Unterstützung für den Versatile Video Coding-Standard (H.266) hinzu. Dieser Codec liefert bei kleineren Dateigrößen die gleiche oder bessere Videoqualität – vorausgesetzt, Hardware-Decoding-Unterstützung ist vorhanden. Das ist ein wichtiger Schritt für Streaming-Dienste und hochauflösende Videoaufnahmen.

Features für verschiedene Marken

Während Google Pixel vierteljährliche QPR-Updates mit neuen Funktionen erhält, erhalten Geräte anderer Marken – Xiaomi, Samsung, OnePlus, OPPO und vivo – viele Verbesserungen aus Android 16 QPR als Teil von Android 17. Dazu gehören Material 3 Expressive, automatische Icon-Änderungen zur Anpassung an Themes, Desktop-Modus, Secure Lock Device und Low-Light-Modus. Für die meisten Hersteller wird das Update auf Android 17 besonders funktionsreich ausfallen.

Android 17-Veröffentlichungszeitplan

Google hält sich an den Zeitplan des letzten Jahres. Die erste Beta erschien am 13. Februar 2026, die zweite am 26. Februar. Vor der Veröffentlichung werden noch mehrere Testversionen erwartet. Wenn das Unternehmen dieses Tempo beibehält, wird die stabile Version von Android 17 im Juni 2026 erscheinen. Das bedeutet, dass Nutzer ein Major-Update deutlich früher als üblich erhalten.

Insgesamt zeigt Android 17 einen Fokus auf die Verbesserung von Multitasking, Ökosystem-Integration und Datenschutz. Auch wenn es keine revolutionären Änderungen gibt, macht die Kombination neuer Funktionen das System flexibler, sicherer und besser an moderne Geräte angepasst.