Pax Silica: US-Investitionsinitiative für Halbleiter und kritische Rohstoffe

Die Trump-Regierung hat die Einführung einer großen Investitionsinitiative namens Pax Silica angekündigt. Sie soll bis zu vier Billionen Dollar für die Entwicklung der Halbleiterindustrie, der Energieversorgung und die Gewinnung kritischer Rohstoffe mobilisieren. Das Projekt ist als internationales Konsortium geplant, an dem verbündete Länder und große Investmentfonds beteiligt sein sollen.

In der ersten Phase wollen die USA 250 Millionen Dollar investieren und die Koordination der Mittelvergabe übernehmen. Zu den bereits genannten Schlüsselteilnehmern gehören SoftBank, Singapurs Temasek und Abu Dhabis Mubadala sowie Staatsfonds aus mehreren Ländern wie Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Schweden. Gemeinsam verwalten diese Partner Vermögenswerte von über einer Billion Dollar – eine solide Basis für die weitere Skalierung des Vorhabens.

Pax Silica deckt die gesamte Halbleiter-Lieferkette ab: vom Abbau seltener Erden über deren Verarbeitung bis hin zur Herstellung von Anlagen, Chips und dem Aufbau von KI-Infrastruktur. Besonderes Augenmerk liegt darauf, dass Schlüsselelemente dieser Kette – Rohstoffe, Logistik, Energie und Produktionskapazitäten – unter der Kontrolle verbündeter Nationen bleiben. Dreizehn Länder sind bereits beteiligt, darunter Japan, Südkorea, Israel, die Niederlande, das Vereinigte Königreich und Indien.

Geopolitische Risiken haben zusätzliche Motivation für die Ausweitung des Projekts geliefert. So zeigten etwa Unterbrechungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus während des Konflikts mit Iran die Anfälligkeit globaler Logistikrouten auf. In Washington herrscht die Ansicht, dass Infrastruktur – von Häfen bis zu Kabeln – in künftigen Konflikten zum Ziel von Druck werden könnte, was eine Diversifizierung und Absicherung der Lieferketten notwendig macht.

Die genannte Summe von vier Billionen Dollar hat jedoch bei Analysten Fragen aufgeworfen. Zum Vergleich: Die weltweiten ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich im vergangenen Jahr auf etwa 1,6 Billionen Dollar, und der US-Beitrag am Anfang macht nur einen Bruchteil eines Prozents des angepeilten Ziels aus. Dennoch spiegelt die Initiative selbst die wachsende Konkurrenz um die Kontrolle über Ressourcen und Technologien wider, insbesondere vor dem Hintergrund chinesischer Exportbeschränkungen für seltene Erden, die für die Herstellung moderner Elektronik unverzichtbar sind.