Gefälschte SSDs täuschen jetzt auch Geschwindigkeits-Benchmarks

Auf dem Speichermarkt zeichnet sich eine neue Gefahr ab: Gefälschte SSDs, die mittlerweile nicht nur das Aussehen, sondern auch Geschwindigkeits-Benchmarks imitieren. Aktuelle Tests zeigen, dass gefälschte Samsung-990-Pro-Versionen sogar gängige Diagnose-Tools täuschen können.

Steigende Preise für Speicher und Speichermedien, getrieben durch Engpässe und hohe Nachfrage aus der KI-Branche, bieten Betrügern einen idealen Nährboden. Während Fälschungen früher durch ihre lahme Performance leicht zu erkennen waren, ist das heute nicht mehr der Fall. Neue Exemplare liefern in synthetischen Tests wie CrystalDiskInfo fast „korrekte“ Ergebnisse, mit Lesegeschwindigkeiten von bis zu 7255 MB/s und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 6090 MB/s – Werte, die nah am Original liegen.

Unter realen Lasten fliegt der Schwindel jedoch schnell auf. In einem Test mit einer großen Datei von etwa 400 GB erreichte die gefälschte Festplatte nur 261 MB/s und benötigte 25 Minuten, während das Original-SSD die Aufgabe in 3,5 Minuten mit 1861 MB/s erledigte. Das zeigt, dass die aufgeblähten Benchmarks nur in kurzen Stößen halten und bei anhaltenden Schreibvorgängen versagen.

Weitere Anzeichen für eine Fälschung finden sich im Inneren des Geräts. Statt des proprietären Controllers von Samsung verwenden diese Fälschungen einen Drittanbieter-Chip von Maxio MAP1602 und verfügen nicht über den DRAM-Cache, der in authentischen Modellen vorhanden ist. Selbst Software-Tools beginnen, Zweifel zu wecken: Seriennummern können verdächtig erscheinen, und Samsungs eigenes Magician-Utility erkennt das Gerät nicht als echt an.

Die Sache wird dadurch erschwert, dass gefälschte Verpackungen immer raffinierter geworden sind und kaum noch vom Original zu unterscheiden sind. In diesem Umfeld sollten Käufer bei verdächtig niedrigen Preisen vorsichtig sein und Laufwerke nicht nur mit synthetischen Tests, sondern auch durch reale Nutzungsszenarien überprüfen.