EU-Kommission erleidet schweren Cyberangriff mit Datenverlust

Die Europäische Kommission war einem schweren Cyberangriff ausgesetzt, bei dem hunderte Gigabyte an Daten abflossen. Der Vorfall ereignete sich, nachdem eines der Amazon-Web-Services-Cloud-Konten, das für die EU-Infrastruktur genutzt wird, gehackt wurde. Trotz schneller Reaktion der Spezialisten konnte ein vollständiges Abfließen der Daten nicht verhindert werden.

Für den Angriff hat sich die bekannte Hackergruppe ShinyHunters verantwortlich gezeigt. Laut ihren Angaben erlangten die Angreifer Zugriff auf E-Mail-Server, Datenbanken, interne Dokumente und Verträge. Das Gesamtvolumen der gestohlenen Informationen übersteigt 350 GB, wobei bereits mehr als 90 GB online als Beweis veröffentlicht wurden.

Die Europäische Kommission bestätigte den Vorfall und räumte ein, dass die veröffentlichten Materialien tatsächlich mit ihren Systemen in Verbindung stehen. Gleichzeitig betonten Vertreter, dass der Angriff schnell eingedämmt werden konnte und offizielle Dienste nicht beeinträchtigt wurden. Derzeit läuft eine detaillierte Untersuchung zu den Folgen des Datenlecks und dem Ausmaß möglicher Schäden.

Dieser Fall unterstreicht erneut die wachsenden Risiken für staatliche digitale Systeme. Bereits Anfang dieses Jahres wurde ein weiterer Vorfall im Zusammenhang mit der Mobile-Device-Management-Infrastruktur verzeichnet, der persönliche Daten von Mitarbeitern hätte preisgeben können. Experten weisen darauf hin, dass solche Angriffe zunehmend komplexer und umfangreicher werden. Datenlecks auf diesem Niveau können langfristige Konsequenzen für die Datensicherheit und das Vertrauen in staatliche digitale Dienste haben.