Künstliche Muskeln revolutionieren Roboter-Fähigkeiten

Forscher in den USA haben eine neue Generation künstlicher Muskeln vorgestellt, die die Fähigkeiten von Robotern revolutionieren könnte. Die Entwicklung der Arizona State University ermöglicht es Robotern, Gegenstände zu heben, die über hundertmal schwerer sind als sie selbst – eine Leistung, die bisher für kompakte Systeme als äußerst schwierig galt.

Die Technologie ist von natürlichen Muskeln inspiriert. Wissenschaftler schufen HARP-Aktuatoren, spiralförmige Polymerstrukturen, die sich mithilfe von Luftdruck zusammenziehen und ausdehnen. Laut den Entwicklern benötigt dieses hohle Spiraldesign minimalen Druck, um zu funktionieren, was es deutlich effizienter macht als herkömmliche Elektromotoren.

Das neue System bietet mehrere entscheidende Vorteile: Es ist leichtgewichtig, flexibel und nahezu geräuschlos. Diese „Muskeln“ benötigen keine komplexen Energiequellen, was den Weg für autonome Roboter ebnet. Die Technologie hält zudem extremen Bedingungen stand und funktioniert bei hohen Temperaturen und in rauen Umgebungen, einschließlich kochendem Wasser.

Praktische Tests haben das breite Potenzial der Technologie demonstriert. Forscher bauten einen Roboter-„Arm“, der von einem Elefantenrüssel inspiriert ist und Objekte sanft handhaben kann, sowie ein tragbares Rückenstützgerät, das bei schwerem Heben hilft. In Zukunft könnte die Technologie in Rettungseinsätzen, industriellen Anwendungen und sogar bei der Erforschung schwer zugänglicher Naturgebiete zum Einsatz kommen.