Intel hat zusammen mit Partnern einen neuen DDR5-Speicherstandard namens HUDIMM vorgestellt, der die Modulkosten senken soll. Kernidee ist der Einsatz nur eines 32-Bit-Kanals statt der beiden bei herkömmlichen UDIMMs üblichen. Das vereinfacht das Design und reduziert die Produktionskosten. Erste Module sollen in Kapazitäten von 8 GB und 12 GB erscheinen und mit Standard-Speicher im selben System kompatibel sein.
Praxistests zeigen allerdings, dass diese Kosteneinsparung mit einem deutlichen Leistungseinbruch erkauft wird. In Versuchen, bei denen normale UDIMM-Module künstlich in den HUDIMM-Modus versetzt wurden, sank die Speicherbandbreite um fast die Hälfte. Bei gleicher Frequenz von 7200 MT/s etwa fielen die Lesegeschwindigkeiten von rund 59 GB/s auf 32 GB/s, ähnliche Ergebnisse zeigten andere Konfigurationen.
Interessanterweise blieb die Latenz weitgehend unverändert bei etwa 85–87 Nanosekunden. Das deutet darauf hin, dass die Hauptauswirkung auf die Bandbreite beschränkt ist. Selbst im Dual-Channel-Modus bleibt die Lücke erheblich: Vollwertige Module liefern über 100 GB/s, während die abgespeckten Versionen kaum 60 GB/s erreichen.
Insgesamt bietet dieser neue Standard einen Kompromiss für Anwender. Einerseits ebnet er den Weg für günstigere Speichermodule, was angesichts steigender Preise besonders relevant ist. Andererseits könnten die Leistungseinbußen diese Module für Gamer und anspruchsvolle Anwendungen weniger attraktiv machen, wo Speichergeschwindigkeit entscheidend ist.